Getrennt erziehen sollte jeder in und nach der Ehe

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Es ist der deutschen Sehnsucht nach Harmonie und der Angst vor Wut und Streit geschuldet, dass Eltern nach der Trennung einen ähnlichen Erziehungsstil haben sollten. Dabei ist es am besten für die Entwicklung eines Kindes, wenn die Eltern unterschiedlich sind. In der Differenz zwischen Papa und Mama steckt das Potential des Kindes.

Wenn also ein Elternteil sich beschwert, der andere würde etwas ganz anders machen, dann liegt genau hier die Bereicherung für das Kind.

Wer zusammen lebt, erzieht auch getrennt. Vater und Mutter sind eigenständige Persönlichkeiten. Gleichschalterei der Eltern während oder nach der Ehe sollte niemand in einer Demokratie wollen. Eltern, die eine intakte Beziehung führen, zeichnet genau diese gegenseitige Toleranz aus, dass jeder mit seiner eigenständigen Persönlichkeit am meisten für sein Kind beitragen kann.

Der Konflikt von Trennungseltern, der anscheinend so schlecht für das Kind ist, zeigt nur die Unterschiedlichkeit der Eltern auf und die Intoleranz eines oder beider Eltern sich gegenüber.

Anstatt aufgrund des Elternkonflikts den Streit zu unterdrücken, indem ein Elternteil die Kinder bekommt und der andere sich fügt, sollten Gerichte den Elternkonflikt als Potential der Kinder erkennen. Würde das Gericht beiden Eltern zugestehen, dass sie in ihrer Unterschiedlichkeit wertvolle Eltern sind, dann würde der Konflikt schnell verfliegen und das Entwicklungspotential freigelegt werden.

Getrennt erziehen in der Ehe heißt nicht, dass sich beide Eltern die Betreuung und den Broterwerb hälftig teilen. Getrennt erziehen heißt, die Differenz als Bereicherung anzuerkennen. Im Falle einer Trennung der Eltern ist jedoch wichtig, dass die 50/50-Lösung als Standard die Ausgangslage ist, denn nur dann ist garantiert, dass das Kind aufgrund gleichberechtigter getrennter Eltern sein volles Potential im Spannungsfeld der Eltern entwickeln kann.

Ob sich die Eltern tatsächlich auf das 50/50-Modell einigen spielt schlussendlich keine Rolle. Viel wichtiger ist, dass durch das Wechselmodell als Regelfall der eigenständigen und gleichwertigen Bedeutung beider Eltern Rechnung getragen wurde. Diese kann sich auch in einem Residenzmodell ausdrücken, wenn es von den Eltern frei und gleichberechtigt gewählt wurde.

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