Die freie, aufgeklärte und emanzipierte Familie

Ich bin vierfacher Vater und warte auf die Scheidung. Gerne wäre ich gleichberechtigt zur Mutter und hätte meine Kinder zu 50% bei mir. Leider ist das in Deutschland gegen den Willen der Mutter faktisch unmöglich – so habe ich es vor Gericht erlebt.

Meine persönlichen Erfahrungen mit Eheproblemen, Scheidung und dem Familiengericht haben mich in eine existentielle Krise gestürzt. Ich fühlte mich als Mann und Vater von der Ex-Frau, dem Gericht und der Gesellschaft gedemütigt.

Was ist hier los und wie komme ich wieder heraus?

Je mehr ich erlebte, je mehr ich zu verstehen versuchte und je mehr ich dagegen tat, umso weniger Erfolg hatte ich. Was zunächst wie ein Kampf gegen meine Ex-Frau aussah, wurde zu einem Kampf gegen das Gericht und schließlich ein Kampf gegen gesellschaftliche Ansichten. All dies Kämpfe waren aussichtslos.

Ich fühlte mich wütend, ohnmächtig und hilflos. Dann wurde mir klar: ich bin unfrei. In Deutschland, in einer westlichen Demokratie, in einem Rechtsstaat, werde ich als Vater diskriminiert und durch das Familiengericht wird meine Würde und die meiner Kinder verletzt – obwohl sie vom Grundgesetzt geschützt ist.

Mir kam die Idee, mich am gesellschaftlichen Wandel zu beteiligen. Unter dem Titel „Freiheit für Väter“ wollte ich meine wütenden Gedanken mit anderen Teilen. Dann fragte ich mich: Geht es nur um die Väter? Wie frei sind Familien, wenn Väter unfrei sind? Was haben die Familien von der Freiheit der Väter?

Mir wurde klar: Die Gleichberechtigung der Väter und Männer ist nur möglich, wenn auch Mütter und Frauen, sowie Kinder frei leben können – und die Freiheit der Väter trägt dazu bei. Deshalb heißt dieser Blog „Freiheit für Familien“.

Wir alle machen uns gegenseitig unfrei. Wir alle wenden Gewalt an und überschreiten Grenzen und mißachten den anderen. Gleichgültig ob Mann, Frau oder Kind. Jeder Mensch kann ein brutales Schwein sein und wenn wir dies an uns selbst sehen, können wir unsere Fehler aufgeben und frei leben.

Die Familie ist der Ort, an dem wir lernen können, frei zu sein. Dies kann nicht gelingen, wenn Vätern die Bindung zu ihren Kindern verwehrt wird, oder Mütter materielle Angst haben, oder Kinder ihre Gefühle unterdrücken müssen.

Deutschland muss unbedingt die traditionelle, unterdrückende und unterdrückte Familie transformieren zu einer freien, aufgeklärten und emanzipierten Familie. Ohne den Blick auf die Diskriminierung von Vätern, kann dies nicht gelingen.

Es ist Zeit für echte Gleichberechtigung von Vater, Mutter, Kind. Was ist nötig, um in Deutschland freie, emanzipierte und aufgeklärte Familien entstehen oder bestehen zu lassen?

  • Aufklärung: Die wechselseitige Dynamik psychischer und physischer Gewalt beider Geschlechter auf individueller, familiärer und gesellschaftlicher Ebene muss entlarvt werden. Es gibt viele Mythen, die aufgelöst werden müssen, weil sie Manipulation ermöglichen und Machtstrukturen zementieren (z.B. dass Frauen angeblich friedlicher seien als Männer oder dass alle Männer potentielle Vergewaltiger seien).
  • Unterstützung: Anstatt engagierte Väter von ihren Kindern fern zu halten, sollten sie ihre Kinder wie die Mutter betreuen dürfen und vom Staat finanziell und pädagogisch unterstützt werden. Väter sind für die Entwicklung von Kindern gleich wichtig wie die Mutter. Der Staat sollte alles tun, damit Väter ihr Vater-Sein verstehen, leben und weiterentwickeln können. Kinder brauchen ebenfalls bessere Unterstützung, z.B. können sie keine Anzeige gegen die eigenen Eltern aufgeben. „Kleine“ körperliche Gewalttätigkeiten werden nicht geahndet, seelische Gewalt wird überhaupt nicht ernst genommen.
  • Zivilcourage: Die Rechtsprechung der Familiengerichte ist mehrheitlich ungerecht und verstößt gegen das Grundgesetzt sowie die Menschenrechtskonvention. Gleichberechtigung und Gerechtigkeit kann in Deutschland auf gerichtlichem Wege nicht erreicht werden. Stattdessen bringt Zivilcourage den gesellschaftlichen Wandel weiter. Demonstrationen und andere öffentlichkeitswirksame Aktionen helfen weiter. Wenn sich nicht bald etwas ändert, muss der zivile Ungehorsam gegenüber Familiengerichten erwägt werden.
  • Politik: Politisches Engagement für freie Familien ist unabdingbar, um positive gesellschaftliche Veränderung gesetzlich zu verankern. Das derzeit wichtigste politische Projekt für familiäre Gleichberechtigung und Gerechtigkeit ist das Wechselmodell als Regelfall.

Diese Aktionspunkte sollten friedlich vollzogen werden. Nur so können weitere Entwürdigungen verhindert werden und alle schon entwürdigten Familienmitglieder können ihren inneren Frieden spüren und bewahren. Dies ist nötig, um eigenständig zu erkennen, dass wir selbst frei leben und jeden frei leben lassen möchten, unabhängig von Geschlecht, Alter, und seiner Rolle in der Familie.

Womit ich beim wichtigsten Punkt angekommen bin: Wir brauchen ein Leitbild von Familie, das zu einer demokratischen und liberalen Gesellschaft passt. Diese positive Vision muss handlungsleitend sein für Familiengerichte, Schulen, Kindergärten, etc. Für das Verhältnis zwischen Eltern und Kind müssen positive neue Modelle in die Gesellschaft getragen werden.

Der Wandel ist spürbar und in diesem Blog werde ich ihm in allen erwähnten Aspekten nachgehen und versuche, aus meiner eigenen Erfahrung und Entwicklung heraus Impulse zu setzen.

Ein Gedanke zu „Die freie, aufgeklärte und emanzipierte Familie

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