Die fehlende Impulskontrolle der Familiengerichte

Teilen:

Um einen Konflikt lösen zu können ist es sehr wichtig, ihn auszuhalten. Die Spannung zwischen zwei streitenden Menschen ist nichts anderes als das Potential, voneinander zu lernen. Je weniger man in seiner Herkunftsfamilie gelernt hat, konstruktiv miteinander zu streiten, umso schwerer hält man die Spannung aus und umso stärker ist der Impuls, mit Zwang die Lösung durchzusetzen, die für einen selbst am besten ist und die nicht unbedingt die für beide beste Lösung ist.

Ein Hauptgrund für Scheidungen ist die fehlende Fähigkeit, Streit auszuhalten, sich selbst darin treu zu bleiben und gleichzeitig den anderen zu verstehen, um zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen. Die Lösung kann ein Kompromiss sein, aber auch die Erkenntnis, dass man keine gemeinsame Lösung finden kann und damit lebt.

Geht man vor Gericht, dann heißt dies, dass die Streitparteien den gemeinsamen Konflikt nicht aushalten. Sind es zwei Eltern, die sich um den Lebensmittelpunkt der Kinder streiten, dann wird von einem der beiden das Familiengericht aufgerufen, eine Entscheidung zu treffen. Aber ist das wirklich seine Aufgabe? Sollte es nicht eher die Spannung aushalten?

Familiengerichte geben heutzutage zu schnell nach. Ohne dass tatsächlich ein ernsthafter Grund für eine Entscheidung vorläge, werden Kinder meist der Mutter zugesprochen. Das Gericht hat sozusagen eine schlechte Impulskontrolle und beendet den Streit lieber, indem es einen Gewinner und einen Verlierer kürt, anstatt den Streit auszuhalten und den Kindern das volle Potential ihrer Persönlichkeitsentwicklung im Spannungsfeld ihrer Eltern zu ermöglichen.

Print Friendly, PDF & Email
Teilen:

1 Kommentar

Hinterlasse eine Antwort

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?