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Haben benachteiligte Trennungseltern das Recht auf Widerstand gemäß Art. 20 Abs. 4 GG?

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Immer wieder berufen sich Trennungseltern, die sich von Jugendämtern oder Familiengerichten benachteiligt fühlen, auf ihr angebliches Recht auf Widerstand. Das ist abwegig, so unser Chefredakteur.

Es ist unbestreitbar, dass viele Trennungseltern, die vom staatlichen Kinderschutz und Familiengerichten enttäuscht sind, zurecht ein Unrecht und einen Angriff auf ihre freiheitlich-demokratischen Grundrechte sehen. Dennoch haben sie, auch wenn ihre Gefühle und Ansichten verständlich sind, kein Recht auf Widerstand gegen Staatsorgane und deren Repräsentanten im Sinne des Art. 20 Abs. 4 GG.

Der Art. 20 Abs. 4 GG im Wortlaut liest sich wie folgt.

“Alle Deutschen haben das Recht, Widerstand zu leisten, wenn jemand versucht, diese Ordnung [die freiheitlich-demokratische Grundordnung] zu beseitigen, soweit die Ausübung dieses Rechts nicht durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes eingeschränkt wird.”

Es ist zwar tatsächlich so, dass die freiheitlich-demokratische Grundordnung durch die BGH-Entscheidung von 2017 für strittige Trennungsfamilien außer Kraft gesetzt wird. Dieses Unrecht betrifft jedoch “nur” diese spezifische Gruppe und “nur” im Bereich ihres Familienlebens. Der weitaus größere Rest der Bevölkerung und des staatlichen Systems wird von dieser höchstrichterlichen Entscheidung in ihren fundamentalen Grundrechten nicht beschnitten.

Daher kann nicht argumentiert werden, dass die gesamte Ordnung durch Jugendämter oder Familiengerichte beseitigt würde und somit das Recht auf Widerstand nach Art. 20 Abs. 4 GG greife. Es liegt “lediglich” ein Unrecht gegen eine Minderheit in einem staatlichen Subsystem in einem bestimmten Lebensbereich vor und keine umfassende Beseitigung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

 

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Autor

  • Sandro Groganz

    Ich habe Freifam gestartet, um mit meiner eigenen Situation als geschiedener Vater besser umgehen zu können. Was ich mir von der Seele schrieb, berührte andere Menschen mit ähnlichen Schicksalen. Da erkannte ich, dass Freifam das Potential zu einer neuartigen Bewegung für Familien hat. In diesem Sinne sehe ich mich als Familien-Aktivist.

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3 comments

  1. Klaus Fiegl 1 September, 2023 at 15:05 Reply

    Das Recht auf Meinungsäusserung und die Nennung der Namen ist aber auch ein probates Mittel.

    Die Richterinen Dauck, Köstner, Herrmann und die Richter Dr. Bühler, Arndt, … wurden so einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Da waren doch auch Lohrmann, Lehleiter, Werner, Viertel – zum Teil echte Ausnahme-Talente bzw. -Richter!

    Auch viele Verfahrensbeistände und der Polizist Lorenz Ruf wurden dadurch berühmt.

    Natürlich halten wir uns an die freiheitlich Demokratische Grundordnung und -kritisieren die Missstände.

  2. Malinowski 6 Mai, 2024 at 10:22 Reply

    ich habe eine “Fachkraft” von Jugendamt über eine Google-Rezension kritisiert. Das Jugendamt schickte mir einen Brief, forderte die Löschung der Rezension und droht mir mit rechtlichen Schritten. Ich habe meine Rezension gelöscht.

  3. Hamburg Mama 13 Mai, 2024 at 02:20 Reply

    Kann auf kindimmittelpunkt.de posten. Mit etwa wie’Folgende ist meine Meinung, nach meiner besten Kenntnisse:’ Vielleicht Text des Briefes hier Posten. Um zu sehen, was genau darüber gemeckert. Was dann die rechtliche Gründen sei, dass der Jugendamt Tarifmitarbieter? Beamte? genannt hat. Behauptet diese Person, dass was bestimmtes unwahr ist, oder behaupte diese Person, dass man darf überhaupt nicht hoheitliche-agierende JA Beamten/Tarifmitarbeitern nennen darf? Würde gerne wissen, Wass dann gesetzliche falsch sei. Übrigens war diese Person gegen Deine Familie hoheitlich betätigt? Wenn Ja, war diese Person Beamte oder nur amtsanmassend?

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