Dr. Christine Finke: Wie gemein, das Wechselmodell!

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Der Blogeintrag Warum das Wechselmodell als Standard großer Mist ist von Christine Finke ist ein gutes Beispiel dafür, dass Gegner einer gleichberechtigten Elternschaft zwischen den Zeilen und auch explizit mit primitiven Vorurteilen gegen Männer und Väter agieren.

Ein paar Kostproben:

  • „ist großer Mist“: Die Überschrift liest sich, als würde ein beleidigtes Kind schreiben und trotzig das Wechselmodell ablehnen.
  • „von Väterrechtlern unterwanderte Aktivisten“: Frau Finke suggeriert, dass es nicht um durch das Grundgesetz verbriefte Rechte, sondern um Umsturz gehe und Väter gefährlich seien. Der Vater als Bedrohung, die bekämpft werden muss. Im Stil entspricht diese Formulierung fremdenfeindlichen Äußerungen á la „unser Land wird von [wähle eine ausländische Gruppe] unterwandert“.
  • „Diese Leute diskutieren mit aggressiver Verve“: Sie bedient das Vorurteil des gefährlichen Mannes weiter und impliziert, dass sich Frau dagegen wehren müsse. Gleichzeitig stellt sie die Aussagen von Vätern nicht als Argumente dar, sondern als Aggression. Damit impliziert sie, dass man den Vätern nicht zuhören, sondern sie bekämpfen solle.
  • „dass ein Wechselmodell bei Gewalt in der Beziehung keine Option ist“: Jeder Vater würde das unterstützen. Frau Finke benutzt dieses Argument jedoch, um den Mythos des gefährlichen Vaters aufrecht zu erhalten und bringt somit ein Killer-Argument (im doppelten Sinn).
  • „gewaltige, das Kindeswohl und Mütterwohl gefährdende Schieflage“: Mit dieser übertriebenen Formulierung versucht Frau Finke, den Vätern ihre Benachteiligung abzusprechen und die Kinder und Mütter als wahre Opfer zu stilisieren. Gleichzeitig ordnet sie das Kind der Mutter zu. Kurz: Sie bevorzugt die Mutter-Kind Symbiose in der Opferhaltung anstelle einer gleichberechtigten Elternschaft.
  • „Frauen, die ihr Kind vom psychisch kranken Vater schützen wollen, aber keine ausreichende Belege für dessen Zustand haben“: Frau Finke erwägt nicht die Möglichkeit, dass es ebenso psychisch kranke Mütter geben könnte. Ihre einseitige, frauenschützende und väterfeindliche Sichtweise tritt offen zu Tage in der Pathologisierung von Vätern.
  • „Der Mann kann sich quasi aufs Berufsleben und Geldscheffeln konzentrieren, während die Frau immer abhängiger von ihm wird.“: Frau Finke spinnt weiter an ihrem Schwarz-Weiß-Denken. Sie baut ein Feindbild gegen Väter auf, bzw. hat eines. Sie tradiert alte Rollenbilder: Papa arbeiten, Mama zu Hause. Innerhalb dieses Kontext wirft sie Vätern Geldgier vor und spricht ihnen im Umkehrschluss Empathie ab. Der Satz mündet in der Feststellung, dass gefühllose Väter ihre Frauen unterdrückten.
  • „Das wirklich gemeine an der Entwicklung ist“: Dieser Satz hört sich wie die Überschrift nach einem trotzigen Kind an. „Das ist gemein!“ ist der Schrei der verletzten Narzisstin.
  • „das vielleicht als reine Rachemaßnahme oder Zeichen einer Machtdemonstration seinen Lebensmittelpunkt verliert“: Hier wird den Vätern ein Mal mehr Boßhaftigkeit unterstellt, womit ihnen abgesprochen wird, dass sie liebevolle Menschen sind, die mit ihren Kindern leben wollen.
  • „Eine entsetzliche Vorstellung“: Mit dieser Klimax, die ein dramatisches Ende ist, hört der Artikel auf und sorgt damit für eine Alarmstimmung, innerhalb derer eine sachliche Diskussion über das Thema schwer möglich ist.

Der Text von Frau Finke ist keine sachliche Auseinandersetzung zum Thema Wechselmodell, die versucht, auch die „Gegenseite“ zu verstehen. Vielmehr ist es Propaganda gegen Väter mit zum Teil primitiven und gehässigen Vorurteilen. In emotionaler Sprache ruft sie zum Kampf gegen Väter auf, die lediglich gleichberechtigt zur Mutter sein wollen. Es ist bedenklich, dass Christine Finke von den ansonsten offenen und toleranten Grünen als Sprecherin eingeladen wurde.

Frau Finke ist promovierte Sprachwissenschaftlerin. Deshalb frage ich mich, ob sie ihren Artikel absichtlich so gestaltet hat, um Vorurteile und Ängste zu schüren, oder ob sie sich beim Thema gleichberechtigte Elternschaft von ihren Gefühlen leiten lässt?

Ich wünsche Frau Finke von Herzen, dass sie – abseits ihrer eventuellen negativen persönlichen Erlebnisse mit Männern – das Bedürfnis und Recht aller Kinder auf ihren leiblichen Vater akzeptiert und respektiert. Damit würde sie einen großen gesellschaftlichen Beitrag leisten, damit stereotype Vorurteile gegen Väter und deren Ausgrenzung der Vergangenheit angehören.

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7 comments

  1. Emanuell 8 Juni, 2018 at 13:54 Antworten

    Der Frau Dr. Wohngeld Fraktion, scheint das Wechselmodell nicht zu gefallen, weil in diesem die Kinder beide Elternteile haben. Wenn das mit den beiden Elternteilen nicht von der Natur aus so vorgesehen wäre, würden die Kinder nicht seit Jahrtausenden durch gemeinsame Hüftakrobatik der Eltern entstehen.

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