Falschbeschuldigte Männer, Trauma, Rehabilitierung und die nächste Generation

In Deutschland ist Jörg Kachelmann das beste Beispiel dafür, wie es einem Mann ergeht, der zu Unrecht des Missbrauchs beschuldigt und dafür mit Hilfe der Staatsanwaltschaft vorverurteilt wird.

Wieso kam es überhaupt zur öffentlichen Hinrichtung? Warum gilt ein Mann nicht als unschuldig bis seine Schuld bewiesen ist? Wieso wird reflexhaft einer Frau geglaubt? Benötigen Frauen unseren Schutz, Männer nicht? Sind wir davon überzeugt, dass man Frauen eher vertrauen kann als Männern?

Der Fall Kachelmann wirft ein beschämendes Licht auf die Situation von Männern in Deutschland: Sie leiden unter dem Vorurteil, pauschal als gefährlich eingestuft zu werden.

Die Öffentlichkeit hat sich in den Prozessen nach seiner Festnahme an der Bestätigung dieses Klischees ergötzt. Als Wolle man ein Exempel statuieren, dass die Vorurteile wahr sind. Bezeichnenderweise war das Medieninteresse dagegen fast Null als ein Gericht feststellte, dass es die einstige Anklägerin war, die als gefährlich einzustufen ist. Es passt nicht in unsere Glaubenssätze, dass Frauen bösartig, hinterlistig, kriminell und zerstörerisch sein können.

Tatsächlich gefährliche Frauen sind nicht von öffentlichem Interesse, zu unrecht beschuldigte Männer schon.

Der Mythos der Frau als Opfer schadete nicht nur Jörg Kachelmann, sondern wird auch nachfolgende Generationen von Jungs und Männern ihre unbeschwerte Freiheit rauben. In der Reportage von Panorama, die die Falschbeschuldigungen eindeutig entkräftet, erzählt Jörg Kachelmann von seiner Angst, dass sein Sohn von den einstigen Vorwürfen erfahren könne. Das Trauma, das der grenzenlose Hass einer Frau für den Mann zur Folge hat, wirkt sich auf nachfolgende Generationen aus.

Tatsächlich wurde nicht einer Frau, sondern einem Mann und seinem Sohn psychische Gewalt angetan, und zwar von einer Frau und den Medien.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass Jörg Kachelmann nie aufgehört hat, gegen die Falschbeschuldigungen und die unwahre Medienberichterstattung vorzugehen. Nur so besteht die Hoffnung, dass sich das diskriminierende Männerbild in der Gesellschaft wandelt. Sein Kampf um seine persönliche Rehabilitierung hat hoffentlich positive Folgen für seinen Sohn, aber auch die Söhne anderer Väter.

Umso enttäuschender ist es, dass der einstige Mr. Tagesthemen Ulrich Wickert stellvertretend für die ARD in der Panorama-Reportage achselzuckend sagt, man habe Jörg Kachelmann trotzdem nicht mehr einstellen können. Eigentlich hätte die ARD stolz sein können, einen derart integren Wettermoderator bei sich wieder aufzunehmen.

In meinem Namen und dem meiner beiden Söhne, herzlichen Dank Herr Kachelmann und schneiden Sie sich von ihm eine Scheibe ab, Herr Wickert!

 

Bildnachweis: Von Angelo D Alterio – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=58972478

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