Väter sind seit dem zweiten Weltkrieg die Verlierer

Es ist frappierend, dass die Entrechtung der Väter in den USA und in Deutschland starke Parallelen aufweist. Ist es Zufall, dass diese beiden Länder die Hauptakteure im zweiten Weltkrieg waren und Väter ähnlich entwürdigen?

Ich will dieser Frage mit ein paar Thesen nachgehen:

Beide Ländern haben im zweiten Weltkrieg die Bevölkerung extrem mobilisieren müssen, um in den Krieg gehen zu können. Fundamental hierzu war, Männer zu überzeugen, sich für das Vaterland töten zu lassen und Mütter mussten dazu gebracht werden, diesen Verlust hinzunehmen.

Mit der Heroisierung der Männer als Soldaten, wurden sie gleichzeitig als Menschen entwürdigt. Der Sinn der Männer lag darin, zu sterben. Im Gegensatz dazu wurden Frauen zu Heldinnen der Familie stilisiert. Ihr Sinn lag darin, das Leben zu geben und zu erhalten.

Männer waren als Tötende und Getötete wertvoll. Frauen als Lebende und Lebenspendende.

Nach dem zweiten Weltkrieg litten beide Länder unter Vaterlosigkeit. Wegen Gefallener, Kriegsgefangener oder kriegsversehrter Väter musste die restliche Familie lernen, ohne sie zurecht kommen. Frauen erlebten, dass sie vieles selber hinbekommen konnten, wofür sie einst ihren Mann brauchten. Der Feminismus konnte sich gesellschaftlich verbreiten, weil Frauen eigenständiger wurden und der Staat auf sie angewiesen war.

Männer, deren gesellschaftlicher Sinn im Töten und Sterben lag, wurden als solche in Friedenszeiten entbehrlich. Wie der Frieden aussehen sollte, bestimmten Frauen nun wesentlich mit, indem die Gleichberechtigung der Frauen immer weiter voranschritt.

Interessant wird es da, wo der extremistische Feminismus es geschafft hat, ein negatives Männerbild zu verankern, wonach jeder Mann ein potentieller Gewalttäter sei. Das heißt, der Held aus der Kriegszeit wurde zur Bedrohung im Frieden. Der Killerinstinkt sicherte im Krieg das Überleben, in der Familie schürte er Ängste.

Wieviel dieses negativen Männerbildes beruht auf der Erfahrung von Frauen mit einstigen Soldaten, die nach dem Krieg posttraumatische Symptome in der Familie auslebten, die niemand als solche erkannte und behandelte? Männer, die ihre Frau und Kinder schlugen, weil sie die im Krieg erfahrenen und entwickelten Aggressionen nicht beherrschen konnten?

Kommt das heute fehlende Mitgefühl für die Wut und Gewalt von Männern daher, weil die Frauen der Kriegsrückkehrer deren schreckliches Verhalten nach dem Krieg aus psychologischer Sicht nicht verstehen konnten und die Gesellschaft auch nicht?

Während die USA als Sieger aus dem zweiten Weltkrieg hervorgingen, war Deutschland der Verlierer. Das heißt, deutsche Soldaten waren im Gegensatz zu ihren US-Kollegen keine Helden, sondern Verbrecher, nachdem der Krieg zu Ende war. Ihr Selbstbewußtsein war gebrochen und Deutschland verpflichtete sich, seine Söhne zukünftig friedlich zu erziehen und fatalerweise sogenannte „negative Gefühle“ wie Wut nicht zuzulassen, weil sie zu Aggressionen führen können.

So gesehen ist die Prognose für Deutschland sehr schlecht, wenn es um die Gleichberechtigung von Vätern geht. Voraussichtlich wird dieses Land als Schlusslicht hinter den USA als letzte westliche Demokratie die entsprechenden Reformen einleiten. Wer will schon im kollektiven deutschen Unterbewußtsein, dass die männlichen Abkömmlinge von geächteten Nazi-Soldaten in Familien eine gleichberechtigte Rolle spielen?

Vor diesem Hintegrund wird klar, warum die haltlose Behauptung, Männer seien gewalttätiger als Frauen, in Deutschland weiterhin breiten Anklang findet. Diese Behauptung ist die Sippenhaft aller Männer in Deutschland für die Schuld der Hitler-Soldaten, die gleichzeitig Frauen und Mütter von jeder Schuld aus diesen Tagen rein wäscht.

Fatalerweise hält diese Dynamik die verherrlichende Nazi-Ideologie Schütze Mutter und Kind, das kostbarste Gut deines Volkes! weiter aufrecht. Es wurde nach dem Krieg nicht in Frage gestellt, weil die Frauen in der vaterlosen Gesellschaft für den Wiederaufbau und das Überleben der Kinder unentbehrlich waren. Der Feminismus hat wiederum die Auseinandersetzung mit des Führers Mutterbild verhindert, indem er das Augenmerk auf die Unterdrückung der Frau gelenkt hat.

Die Folgen des zweiten Weltkrieg haben heute wieder die selben Folgen: In den USA gibt es mittlerweile so viele vaterlose Familien, wie es nur nach dem zweiten Weltkrieg der Fall war. Der Geschlechterkampf ist real und er hat die selben Auswirkungen wie der zweite Weltkrieg. Es wird Zeit, dass Deutschland auch auf Ebene der Familie über den zweiten Weltkrieg hinweg kommt.

Einst wurden Väter im Schlachtfeld geopfert, heute vor den Familiengerichten. Väter werden auf dem Schlachtfeld der Scheidung ihren Kindern und sich selbst entfremdet – wie einst ihre männlichen Vorfahren in fremden zu erobernden Ländern. Es wird Zeit, dass das familiäre Trauma der zwei Weltkriege in Deutschland überwunden wird und die männlichen Kriegsenkel gleichberechtigt in die Familie integriert werden, anstatt immer Fremde zu bleiben.

Unsere Demokratie würde extrem wachsen und gefestigt, wenn wir Vaterliebe statt Vaterlandsliebe honorierten. Auch Väter sind Lebensspender und -bewahrer.

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