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Verräter am Wechselmodell wirft Bundesfamilienministerium wissenschaftlichen Verrat am Wechselmodell vor

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Wieder verrät Markus Witt das Wechselmodell. Sein aktueller Fokus auf die Studie “Kindeswohl und Umgangsrecht” verkennt: Es geht um pädagogische Standpunkte und die freiheitlich-demokratische Grundordnung, nicht um Wissenschaft.

Markus Witt, ehemaliger Bundesvorstand des Vereins “Väteraufbruch für Kinder” und nun Bundesbeauftragter Politik im Verein “ISUV”, hat kürzlich das Bundesfamilienministerium wegen der Studie “Kindeswohl und Umgangsrecht” kritisiert. Freifam hat die Studie vorab veröffentlicht. Auf einer eigens eingerichteten Website äußert Witt (unter dem Pseudonym “admin”) den Vorwurf, dass das Ministerium die bereits 2019 abgeschlossene Studie nachträglich manipuliert habe. Laut Witt wurden Passagen, die pro Wechselmodell waren, entweder gelöscht oder inhaltlich neutralisiert.

Doch wie glaubwürdig ist Witts Kritik wirklich? Es gibt drei Hauptgründe, die seine Glaubwürdigkeit in Frage stellen:

  1. Einseitige Perspektive: Witt präsentiert sich als Streiter für das Wechselmodell. Daher könnte seine Kritik als voreingenommen wahrgenommen werden, zumal er eine wissenschaftliche Studie kritisiert, der der Nimbus der Neutralität und Objektivität anhängt.
  2. Verrat am Wechselmodell: Trotz seiner angeblichen Unterstützung für das Wechselmodell hat Witt in der Vergangenheit Entscheidungen unterstützt, die dem Wechselmodell schaden. Ein Beispiel ist seine Reaktion auf den BGH-Beschluss vom 27.11.2019, der besagt, dass es gegen die Anordnung des Wechselmodells spricht, wenn man sein Kind darüber aufklärt.
  3. Mangelnde wissenschaftliche Expertise: Witt ist kein Wissenschaftler. Daher fehlt ihm die notwendige Expertise, um die wissenschaftliche Integrität einer Studie zu beurteilen.

In einem Artikel der “Welt” zur Studie wurde Markus Witt aufgrund seiner fehlenden wissenschaftlichen Glaubwürdigkeit kritisiert. Peter Büttner, Geschäftsführer der für die Studie zuständigen Forschungsgruppe Petra, wies Witts Manipulationsvorwürfe bezüglich der Studie entschieden zurück. “Die Vorwürfe entbehren jeder Grundlage”, betonte er gegenüber der “Welt”. Büttner’s Widerspruch lässt Witt und mit ihm den ISUV in einem schlechten Licht erscheinen, als ob starrsinnige “Väterrechtsaktivisten” (so die Bezeichnung der “Welt”) mit Verschwörungstheorien versuchen würden, wissenschaftliche Erkenntnisse zu negieren. Peinlich!

Markus Witt erweist dem Wechselmodell insgesamt mal wieder einen Bärendienst. Seine Fokussierung auf eine wissenschaftliche Studie als vermeintlichen Wegweiser zur Einführung des Wechselmodells in Deutschland ist irreführend und lenkt von den eigentlichen Kernthemen ab. Das Wechselmodell ist weniger eine Frage der Wissenschaft als vielmehr eine des pädagogischen Standpunkts und inwiefern dieser mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung vereinbar ist.

Diejenigen, die autoritäre Erziehungsprinzipien verinnerlicht haben, werden das Wechselmodell ablehnen, insbesondere wenn sie, wie der BGH in seiner herrschenden Rechtsprechung von 2017, Streitigkeiten zwischen getrennten Eltern als schädlich für das Kindeswohl betrachten. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die demokratischen Erziehungsprinzipien folgen und Streit als ein schützenswertes Grundprinzip einer funktionierenden Demokratie ansehen. Sie werden das Wechselmodell als eine Möglichkeit sehen, Kindern eine plurale Betreuung durch beide getrennt lebenden Eltern zu ermöglichen.

Die Interpretation wissenschaftlicher Ergebnisse hängt stark von diesen Erziehungsvorstellungen ab. Beide Seiten werden versuchen, die Wissenschaft zu ihren Gunsten zu interpretieren, was zu einem fruchtlosen Kampf führt, wenn er ohne Bezug zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung von statten geht. Anstatt sich auf wissenschaftliche Einschätzungen und Studien zu stützen, sollte der Fokus auf den gesellschaftlichen Grundwerten liegen, die Meinungsfreiheit und Pluralität beinhalten. Dann verliert die autoritäre Pädagogik und es gewinnt das Wechselmodell.

Der ISUV, der sich Markus Witt in einer zentralen Rolle anvertraut hat, riskiert seine Glaubwürdigkeit. Witts intensive Beschäftigung mit der Studie und seine Bereitschaft, den politischen und höchstrichterlichen Nebelkerzen zu folgen, zeigen, dass er die freiheitlich-demokratische Grundordnung für strittige Trennungsfamilien verrät. Es ist an der Zeit, dass die Debatte um das Wechselmodell auf die wahren pädagogischen Werte und Prinzipien zurückgeführt wird, die unsere Gesellschaft demokratisch stärken und schützen.

Ein Markus Witt versteht und verteidigt nicht die Werte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung für strittige Trennungsfamilien. Er arbeitet deshalb fehlgeleitet weiterhin der herrschenden autoritären Pädagogik in die Hand und arbeitet damit gleichzeitig gegen die staatliche Anerkennung demokratischer Erziehungsstrukturen im Wechselmodell. Witt, der bereits den VafK in puncto Wechselmodell in die Bedeutungslosigkeit geführt hat, scheint nun den ISUV auf denselben Pfad zu lenken, indem er seinen väterzentrierten scheinheiligen Kampf für das Wechselmodell mit den zwar konträr, aber ebenso einseitigen und nicht weniger laienhaften Interpretationen wissenschaftlicher Werke betreibt, wie seine Gegner, stets außerhalb des Rahmens unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

 

Bildnachweis: Screencapture vom ARD-Talk zum Film “Weil du mir gehörst”

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Autor

  • Sandro Groganz

    Ich habe Freifam gestartet, um mit meiner eigenen Situation als geschiedener Vater besser umgehen zu können. Was ich mir von der Seele schrieb, berührte andere Menschen mit ähnlichen Schicksalen. Da erkannte ich, dass Freifam das Potential zu einer neuartigen Bewegung für Familien hat. In diesem Sinne sehe ich mich als Familien-Aktivist.

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