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Familienkongress des VafK: Mit autoritären Erziehungsidealen gegen das Wechselmodell

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Der 20. Familienkongress des Väteraufbruch für Kinder (VafK) zeigt einen Hang zu autoritären Erziehungsansätzen, die dem demokratischen Wechselmodell widersprechen.

Der bevorstehende 20. Familienkongress des Väteraufbruch für Kinder e.V. (VafK) vom 24. bis 26. November 2023 in Hannover offenbart eine tiefe Schizophrenie in der Ausrichtung des Vereins. Während der VafK sich öffentlich für das Wechselmodell und damit für demokratische Erziehungswerte ausspricht, deutet das Programm des Kongresses auf eine Präferenz für autoritäre Erziehungsansätze hin, die eher in totalitären Gesellschaften zu finden sind.

Der VafK präsentiert sich als Befürworter des Wechselmodells, das auf dem Prinzip der Gleichberechtigung und der Anerkennung von Vielfalt in der Erziehung basiert. Doch die Schwerpunktsetzung des Kongresses – insbesondere die Betonung auf kooperativer Elternschaft und Konfliktlösung – steht in krassem Gegensatz zu diesen Werten. Indem der Verein ein einheitliches, konsensbasiertes Elternbild fördert, negiert er implizit die Bedeutung unterschiedlicher, individueller Erziehungsansätze, die im Wechselmodell zentral sind.

Schon die Einleitung der Einladung zum Kongress mit dem Ziel „Glückliche Scheidungskinder“ überhöht das Kindeswohl zu einem unerreichbaren Recht von Kindern auf Glück. Dieses Recht steht jedoch in keinem Gesetz und auch nicht im Grundgesetz, auch nicht für Erwachsene. Der VafK setzt also ein Ziel, das romantisch verklärt, aber nicht realistisch ist.

In der Einladung redet der VafK davon, dass Kinder “schlimmstenfalls hochstreitende Eltern” hätten. Was in einer Demokratie am Streit schlimm sein soll, erklärt der VafK jedoch nicht. Der schlimmste Fall, nämlich dass Bürger unvereinbare Meinungen haben, ist in einer Demokratie der tolerierte Normalfall.

Sodann behauptet der VafK, es sei wichtig, dass die Eltern kompetente Beratung und Begleitung finden, um den bestehenden Konflikt aus der Trennung als Mann und Frau so zu bearbeiten, dass sie auch unter schwierigen Bedingungen eine gelingende gemeinsame Elternschaft für ihre Kinder leben können. Man stelle sich vor, unsere Demokratie würde von Menschen, die unterschiedliche Meinungen haben und sich deshalb streiten erwarten, dass sie eine Beratung machen, um eine gelingende Bürgerschaft gemeinsam für die Demokratie zu leben. Dann würde jeder vermuten, dass der Staat die Demokratie glattbügeln und nur noch Mehrheitsmeinungen zulassen will.

Solche Bedenken zeigt die Einladung des VafK zum Kongress jedoch nicht, sondern setzt noch einen drauf:

“Frühe Interventionen sind nötig, um vor und während der Trennung beide Eltern sowohl in ihrem Paarkonflikt als auch in ihrer Erziehungskompetenz so zu begleiten, dass sie ihren Kinder bei deren Bewältigung der Elterntrennung helfen können.”

Diese Äußerungen des VafK untergraben die Kernidee des Wechselmodells, das gerade die Vielfalt und Unabhängigkeit der elterlichen Perspektiven als Bereicherung für das Kindeswohl sieht. In einer pluralistischen Gesellschaft, die Meinungsverschiedenheiten und individuelle Freiheiten schätzt, sollte Erziehung nicht darauf abzielen, Eltern die Streiten zu stigmatisieren und als beratungsbedürftig darzustellen.

Dieser Kongress des VafK zeigt nicht den Weg in die Zukunft, sondern offenbart vielmehr eine rückwärtsgewandte Haltung, die den Grundsätzen einer liberalen, pluralistischen Gesellschaft widerspricht und das Wechselmodell konterkariert. Die Förderung einer autoritären Erziehungsphilosophie, die auf Einheitlichkeit und Konsens beruht, steht im klaren Widerspruch zu den demokratischen Werten des Wechselmodells.

Trotz einer teilweise neuen Führung schafft es der VafK nicht, seine Position zu überdenken und sich wahrhaftig für eine Erziehung einzusetzen, die Vielfalt, individuelle Freiheiten und demokratische Grundsätze in den Mittelpunkt stellt, anstelle von Konsens und der Stigmatisierung von Streit.

 

Bildnachweis: Screenshot der Kongress-Website

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Autor

  • Sandro Groganz

    Ich habe Freifam gestartet, um mit meiner eigenen Situation als geschiedener Vater besser umgehen zu können. Was ich mir von der Seele schrieb, berührte andere Menschen mit ähnlichen Schicksalen. Da erkannte ich, dass Freifam das Potential zu einer neuartigen Bewegung für Familien hat. In diesem Sinne sehe ich mich als Familien-Aktivist.

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