Der Mann als Vollstrecker der Ehefrau

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Frauen schaffen es, ihren Mann dazu zu bringen, ihre eigene Aggressivität den Kindern gegenüber einzusetzen. Wie das gemeint ist? Frauen werden so erzogen, dass sie „lieb“ sein müssen, noch mehr als Jungs, d.h., sie dürfen nicht aggressiv wirken.

Da jeder Mensch die Fähigkeit zur Aggression besitzt, unabhängig seines Geschlechts, muss diese irgendwo hin, wenn sie aktiviert wird. Aktiviert wird sie zum Beispiel, wenn eine Frau etwas will und es gegen andere in der Familie durchsetzen muss. Als Frau hat sie das Problem, dass sie gemäß ihrer Erziehung nicht offen aggressiv sein darf. Männer dagegen dürfen es (zumindest mehr als die Frau).

Was macht also die „liebe“ Frau? Sie stachelt den Mann an, damit er ihre Aggressivität verwirklicht. Das ist mit einem Satz an den Ehemann erledigt: „Schatz, jetzt schau du doch bitte, dass die Kinder endlich ins Bett gehen.“ Diese direkte Anweisung zur Aggression kann sie jedoch auch passiv-aggressiv verpacken: „Schatz, immer muss ich die Kinder ins Bett bringen.“

Dies ist eine übergriffige Manipulation und fällt vielen Männern nicht auf, weil sie es aus ihrer eigenen Familie so gewohnt sind. Mit der zunehmenden Zahl an Aggressions-Transfers wird der Mann selbst immer aggressiver, weil er von der Frau ausgenutzt wird, um ihre Aggressivität zu verwirklichen. Der Mann hat also zwei Aggressions-Potentiale in sich: sein eigenes und das der Frau.

Am Schluss dieser Dynamik wird die Frau dem Mann vorwerfen, er sei aggressiv und dann wendet sich das Blatt. Die Frau wird ihre eigene Aggression in ihrem Mann nicht erkennen können, weil sie sie vorher schon verdrängt und an ihn weitergegeben hat. Sie wird fortan ihr Schema fortsetzen, allerdings ist der Mann nicht mehr der willfährige Vollstrecker, sondern eine zunehmende Gefahr für sie.

Im Grunde hat er nur schon so viel vom Aggressions-Potential der Frau in sich aufgenommen, dass die Frau, die vor diesem Anteil in ihrem Mann erschrickt, im Grund vor sich selbst erschrickt.

Der Mann ist zu allem Unglück genau so ahnungslos wie die Frau, denn seine Mutter trieb dieses Spiel schon mit ihm, meist in Verbindung mit der Herabwürdigung des Vaters: „Werde ja nicht wie dein Vater, der lässt mich immer im Stich!“ Weil er von frühester Kindheit so erzogen wurde, gehört dieses Spiel zum „normal familiären Repertoire“ und fällt ihm nicht auf.

Welchen Vorteil hatte der Mann von der Aggressions-Arbeit? Er fühlte sich, als ob er alles unter Kontrolle hat, weil er seine Aggressionen und die seiner Frau kontrolliert und die Kinder dazu bringt, seinen Anweisungen zu folgen (die eigentlich die der Mutter sind).

So schlittert das einstige Paar, das so gut harmonierte, weil es sich die Aggressions-Arbeit nicht teilte, in einen Teufelskreis. Steht am Ende die Scheidung, dann kann diese nur gut verlaufen, wenn sich beide Ex-Partner ihrer Aggressionen bewusst werden und die Aggressionen des anderen beim anderen belassen.

Wenn ein Ex-Partner die Schuld nur beim anderen sieht, um sich seiner eigenen Aggressionen nicht gewahr zu werden, dann wird es eine strittige Scheidung. Da Frauen erzogen wurden, „liebe Mädchen“ zu sein, ist es für sie umso schwerer, die eigene Verantwortung zu sehen und auch die eigene Aggression zu erkennen. Sie wird deshalb so verklausuliert, dass sich die Frau gegen ihren Mann wehren muss. Aus diesem Grund wird die Scheidung von Frauen auch gerne als Emanzipation gegenüber einem aggressiven Mann gefeiert.

Die Maske des „lieben Mädchens“ sitzt vor dem Familiengericht perfekt, wenn es um das Umgangsrecht der Kinder geht und dem Vater steht das doppelte Aggressions-Potential noch ins Gesicht geschrieben. Da dies die typische emotionale Rollenverteilung in unserer Gesellschaft ist, wird der unreflektierte Richter die Kinder eher der anscheinend „lieben Mutter“ zusprechen, als dem anscheinend „aggressiven Vater“. Gleichzeitig wird er von der Kindesmutter zu ihrem Vollstrecker instrumentalisiert.

Wenn die Ex-Frau sich nicht mit ihrer eigenen Aggression auseinandersetzt, wird ihr neuer Partner wieder als ihr Vollstrecker benutzt. Deshalb gibt es das paradoxe Verhalten, dass ein geschiedener Vater, dessen Ex-Frau seine Kinder vorenthält, das selbe unwürdige Verhalten bei seiner neuen Partnerin unterstützt, die ebenfalls ihrem Ex-Mann die Kinder vorenthält.

Die Aggressionsübertragung auf Männer ist ein starker Grund, warum Männern die Solidarität untereinander so schwer fällt. Sie haben die widerstreitende Energie des anderen Geschlechts in sich.

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5 comments

  1. Das Mutter-Prinzip im Feminismus überwinden – Freiheit für Familien 14 Juli, 2018 at 06:49 Antworten

    […] Raphael Bonelli nennt dies den „Opfer-Hype mit Entschädigungsautomatik“. Er funktioniert für Frauen so gut, weil sie die Mutter-Trumpfkarte ausspielen können. Die Bewegung für Gleichberechtigung in der Gesellschaft entpuppt sich oftmals als Eroberungsstrategie auf Basis niederer Instinkte. Mit dem Schutz-Instinkt lassen sich Männer gut für die eigene Sache manipulieren. […]

  2. Eva Martin 15 Juli, 2018 at 17:40 Antworten

    Den Mann zu instrumentalisieren, um etwas durchzusetzen, was man selbst nicht durchsetzen will, hatte ich auch bei meiner Schwester und deren Mann beobachtet und für beide als entwürdigend befunden.

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