Das Wechselmodell ist das Recht des Kindes auf Erziehung in Gleichberechtigung

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Das Wechselmodell ist laut Bundesverfassungsgericht (BVerfG) zwingend notwendig, da es der Erziehung von Kindern im Sinne der Gleichberechtigung, d.h. des Menschenbilde des Grundgesetz und damit dem Kindeswohl entspricht.

Im Abschlussbericht des BMJV zu Kinderrechte ins Grundgesetz heißt es auf Seite 53:

Nach der Rechtsprechung des BVerfG bildet das Kindeswohl die oberste Richtschnur bzw. den Richtpunkt der Elternverantwortung (BVerfGE 24, 119, 144; BVerfGE 59, 360, 376; BVerfGE 60, 79, 88; BVerfGE 107, 104, 117; BVerfGE 133, 59 (Rn. 43)). Dabei ist es von der Überlegung ausgegangen, dass die Anerkennung der Elternverantwortung und der damit verbundenen Rechte (die Rechte eines Menschen an der Person eines anderen Menschen umfassen) mit Blick auf die Würde jedes Menschen (auch des Kindes) ihre Rechtfertigung darin findet, dass das Kind des Schutzes und der Hilfe bedarf, um sich zu einer eigenverantwortlichen Persönlichkeit innerhalb der sozialen Gemeinschaft zu entwickeln, wie sie dem Menschenbilde des Grundgesetzes entspricht. Darüber müsse der Staat wachen und notfalls das Kind, das sich noch nicht selbst zu schützen vermag, davor bewahren, dass seine Entwicklung durch einen Missbrauch der elterlichen Rechte oder eine Vernachlässigung Schaden leidet (BVerfGE 24, 119, 144). Das Kindeswohl ist zunächst vor allem in diesem Sinne zu verstehen (BVerfGE 24, 119, 144; BVerfGE 107, 104, 117).

Das BVerfG hat folglich schon längst das Wechselmodell als das Recht des Kindes auf Erziehung in Gleichberechtigung als wichtiges Element des Kindeswohl festgestellt. Kinder brauchen Erziehung in Gleichberechtigung und somit im Sinne des Grundgesetz. Das Wechselmodell ist gut für Kinder auch in Trennungsfamilien und ein sich aus dem Grundgesetz ergebendes Kinderrecht – sagt das Bundesverfassungsgericht.

Die Politik ist gefordert, die Fehlentwicklungen an den Familiengerichten zu korrigieren, damit das Wechselmodell standardmäßig in Umgangsverfahren angeordnet wird, damit dem Kindeswohl entsprochen und Kinder getrennter Eltern in Gleichberechtigung und damit nach dem Menschenbilde des Grundgesetz erzogen werden.

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1 Kommentar

  1. Alexander Schröpfer 20 November, 2019 at 14:58 Antworten

    Art. 3 GG ist eindeutig
    Ob es jetzt das viel diskutierte Wechselmodell oder irgendeine andere Lösung ist, die sich (hoffentlich) die Eltern einfallen lassen statt ein Gericht wegen eigener Unfähigkeit der Regelung des Umganges zu bemühen. Jedes Kind hat das Recht auf beide Eltern 1684 BGB
    💗 Wenn es ums Kindeswohl geht, sollte immer das Kind der Kläger sein 💗
    Eltern sollten einen Anwalt für das Kind und dessen Umgangsrechtsverteidigung bestellen, wenn der Vormund und der Verfahrensbeistand die Kindesrechte gem. §§ 1684, 1685 BGB nicht ernsthaft umsetzen wollen. http://bewusstscout.de/2019/05/29/elternteil-entfremdung-ist-eine-straftat/

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