Frau Giffey: So sieht die Realität von Trennungs-Vätern aus

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Gemäß des gestrigen Facebook-Post der Ministerin Franziska Giffey seien zu 90 Prozent die Väter das Problem beim Unterhalt. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unter der Führung der SPD mit Franziska Giffey schiebt nun also den schwarzen Peter für das eigene Versagen zur Schaffung eines zeitgemäßen Familienrechts den Vätern zu. Entweder wissen sie nicht wo die Probleme im Familienrecht sind oder sie lenken vom eigenen Versagen ab.

Frau Giffey, hier ein Einblick in die Realität:

Ich darf als Vater, um Umgang zu bekommen, nur noch zahlen für Gerichtsverfahren und für Gutachten und dafür trage ich auch noch das Prozesskostenrisiko. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, denn vom Amtsgericht Regensburg werden unserem Kind und mir Umgangseinschränkungen auferlegt ohne haltbare Begründungen. Unser Zusammenleben wird nicht aus Kindeswohlgründen eingeschränkt, sondern wegen lapidarer Alltäglichkeiten die sich nicht am Kindeswohl orientieren.

Zum Beispiel wurde unserem Kind und mir die kostbare gemeinsame Zeit gekürzt, weil das Gericht ohne Antrag der Kindsmutter den Umgang kürzt damit die Kindsmutter genügend Zeit zum Kofferpacken vor dem Umgang erhält oder weil diese eventuell in einen Verkehrsstau geraten könnte. Gehe ich gegen derartige Beschlüsse vor, so darf ich schon wieder zahlen.

Es gibt praktisch keine Schulungen für Richter, es gibt kaum Rechtsmittel und die Rechtsprechung in diesem Rechtsgebiet ist oft mehr als fragwürdig. So wurde mir als Vater vor dem Oberlandesgericht Nürnberg von drei Richtern erklärt, das Kind verbringe grundsätzlich Weihnachten dort wo es den Lebensmittelpunkt hat. Ein gemeinsamer Geburtstag wird in Frage gestellt. In der Justiz passiert nichts, um die Situation der Kinder und ihrer Väter zu ändern.

Unser Kind geht 5 Tage die Woche ganztags in den Kindergarten, aber in den Ferien darf ich als Vater es nur an einem Tag für 7 Stunden betreuen. Weil die Mutter unseres Kindes arbeiten muss, geht mein Sohn dann in den Ferien in den Kindergarten, obwohl ich Zeit zur Betreuung hätte. Damit ich als Vater mein Kind sehen kann, muss ich zahlreiche Gerichtsverfahren und nun ein psychologisches Gutachten über mich ergehen lassen. Warum braucht es kein Gericht und Gutachten, um das Kind in den Kindergarten zu schicken? Dieser Zwiespalt hat nichts mit Kindeswohl oder Logik zu tun sondern basiert allein auf der traditionellen Ausgrenzung von Trennungsvätern.

Wenn ich dann Umgang erhalte und ich die Mutter unseres Kindes bei Kosten und Zeit entlaste, muss ich auch noch die Mehrkosten für diesen Umgang zahlen und kann dafür weniger arbeiten. Ich muss ein Kinderzimmer, Spielzeug, Kleidung etc. vorhalten, was bei mir vom Gericht nicht berücksichtigt wird. Hätte ich die Räumlichkeiten und Gegenstände nicht, dann würde es mir bei einem Gutachten negativ ausgelegt. Ganz abgesehen davon: hätte ich z.B. kein Spielzeug im Kinderzimmer, dann würde sich unser Kind nicht wohlfühlen. Ein Wechselmodell würde hier nicht zu Mehrbelastungen führen weil  wir Trennungsväter diese Doppelbelastungen bereits heute tragen müssen.

Ich werde sozial- und steuerrechtlich benachteiligt. Meine Erziehungszeiten werden nicht berücksichtigt. Elternzeit als Trennungsvater ist praktisch unmöglich.

Unterstützung von Seiten des Jugendamts als Trennungsvater? Fehlanzeige – ich erhalte keine Beratung vom Jugendamt wie z. B. in Unterhaltsfragen, weil dies nur der Mutter zusteht und muss mir auf meine Kosten einen Anwalt nehmen. Die Stellungnahmen des Jugendamts entbehren meist jeglicher rechtlicher und fachlicher Grundlage. Es wird z. B. die Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts auf die Mutter empfohlen weil wir ein Residenzmodell haben und der Lebensmittelpunkt sich somit bei dieser befindet. Gegen derartige Stellungnahmen kann man dann als Vater vor Gericht sinnlose Diskussionen führen. Kontrollen der Jugendämter gibt es nicht. Auch hier wird nichts gemacht.

Mein Kind liebt mich und geht trotz der Probleme mit seiner Mutter gerne zu mir. Ich weiß inzwischen nicht mehr wo mir der Kopf steht aufgrund des ständigen finanziellen Drucks, der zahlreichen Verfahren und der nervlichen Belastungen.

Mein Fall ist kein Einzelfall, sondern zeigt die alltägliche Praxis welche durch das Bundesministerium gefördert wird und warum heute Jugendämter und Gerichte überlastet sind.

Statt die Ursachen zu beseitigen und sich endlich darum zu kümmern, wo die seit knapp einem Jahr überfällige Petra-Studie zum Kindeswohl und Umgangsrecht bleibt, wird nun mit Steuergeldern das nächste politische Versagen verdeckt. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und seine Ministerin Franziska Giffey sind nicht in der Lage, der Beziehung des Kindes zum Vater Vorrang vorm Bezahlen für das Kind zu geben. Niemand muss sich wundern wenn Väter beim Unterhalt aufgrund der finanziellen Belastungen nicht mehr nachkommen können oder  sich am Ende nicht mehr für die Kinder verantwortlich fühlen, weil sie den Bezug zu den Kindern verloren haben.

Die deutsche Familienrechtsprechung nach einer Trennung der Eltern ist grausam für Kinder und Väter; sie tötet Emotionen und Bindungen. Wann erkennt die Politik endlich, dass viele Väter, die sich für den Unterhalt nicht mehr verantwortlich fühlen, tief traumatisiert sind, weil ihnen der Staat das natürliche Recht auf Beziehung zum Kind zerstört hat. Die Verweigerung des Unterhalts ist ihr letztes Mittel zum Protest gegen ein Kinder und Väter verachtendes System.

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die zuständigen Ministerinnen Franziska Giffey und Katarina Barley sind endlich zum Handeln aufgefordert anstatt mit dem Finger auf die Väter zu zeigen!

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11 comments

  1. Peter Brightman 23 August, 2018 at 23:40 Antworten

    Diese Dame von der SPD ist damit für Väter die um ihr Recht auf Umgang mit ihren Kindern seit Jahren bemüht sind und nun pauschal als „Drückeberger“ in Bezug auf Barunterhalt bezeichnet werden, unwählbar geworden. Jedenfalls für mich.

  2. Christian 24 August, 2018 at 11:02 Antworten

    Ich bin Wolfgang.

    Traurig aber wahr.

    Mein Kind wird jetzt 2 Jahre alt. Zahle 1.500 € Unterhalt im Monat (Kindes- und Betreuungsunterhalt). Anwälte und Gericht haben mich jetzt schon 2.500 Euro gekostet. Musste klagen damit ich auch mal mein Kind am Wochenende sehen darf und das gemeinsame Sorgerecht erhalte.

    Verstehe nicht, warum ich als Berufstätiger für das Holen- und Bringen des Kindes alleine zuständig bin. Warum wird das nicht gerecht geteilt? Warum erhalte ich nicht das Sorgerecht automatisch? Warum muss ich für die Klage mein Kind sehen zu dürfen bezahlen und die Mutter muss sich nicht einmal an den Kosten beteiligen, obwohl der Richter mir Recht gibt und ich jetzt auch am Wochenende mein Kind sehen darf?

    Ich habe mein 2 jähriges Kind noch nie länger als 3 Stunden am Stück sehen dürfen. Abendessen, Zähneputzen, Bettbringen, Aufstehen, Arztbesuche, Erste Schritte, Erste Worte, Zoobesuch, Kinderschwimmen, …. das alles darf ich nicht erleben. a) weil die Mutter das nicht will und b) weil der Staat das auch noch unterstützt.

    Ich wollte ab Geburt zu 50% betreuen. Darf ich nicht muss dafür aber einen Betreuungsunterhalt bezahlen. Es ist einfach alles nicht zu verstehen. Das 1. Mal im Leben in dem ich die Unterstützung von Behörden benötige und wurde allein gelassen. Nicht mal einen Termin im JA habe ich bekommen um mal den Unterhalt ausrechnen zu lassen – die Mutter aber sofort. Ich habe dafür einen Anwalt bezahlen müssen. Warum ist das so, warum ist ein Vater in Deutschland nichts wert? Ich lese immer von Alleinerziehenden, das sie doch so Probleme mit dem Geld haben, Altersarmut vorprogrammiert ist, etc.. Meine Ex ist jetzt auch Alleinerziehend. Und warum, weil der Staat das so will. Ich darf ja nicht mit erziehen.

    Ich will endlich Vater sein dürfen. Will wissen wie es meinem Kind geht. Was es heute macht, was es morgen macht. Wo ist mein Kind gerade?

  3. Karl Köhler 24 August, 2018 at 23:46 Antworten

    Ich bin NICHT Wolfgang!

    Wem dessen Beitrag gefallen hat, kann gerne hier weiter lesen:

    https://www.wochenblatt.de/politik/regensburg/artikel/225869/vater-half-beim-kindergarten-fest-500-euro-strafe-vom-gericht

    Ebenfalls eine schöne Geschichte, ebenfalls frei interpretiert, hier von Herrn Chefredakteur Christian Eckl.

    Das Urteil wurde nach Einspruch von Herrn Graf dennoch vom Oberlandesgericht bestätigt.

    Man, das sind wieder Anwaltskosten.

    Warum ich mich da einmische? Weil mir das Herz brach, als der Wolfgang B. Graf letztes Weihnachten den Sohn meiner langjährigen Arbeitskolligen und Freundin abholte, und dieser bitterlich weinte, weil er die Mutter und Schwester verlassen musste.

    Bei Kindübergaben bei denen ich dabei war, nannte Herr Wolfgang B. Graf mich Köter, auch seinen Stinkefinger durfte ich bewundern. Köter ist aber gar nicht so schlecht, Köter lassen NIE los – gell Wolfgang und deine vielen Fake-Profile bei Facebook. Franz Hafner, Sue Lohmann usw..

    Ich bin es nicht, über den ein psychologisches Gutachten erstellt wird…

    Du hilfst dieser Gruppe überhaupt nicht.

    Gruß Karl

  4. Karl Köhler 29 August, 2018 at 22:12 Antworten

    Jedesmal, wenn Herr Wolfgang B. Graf meinen Weg kreuzt, muss ich an Pipi Langstrumpf denken: Ich mach‘ mir die Welt
    Widdewidde wie sie mir gefällt ….

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