Geht es der Mutter gut, dann geht es der Mutter gut

Für die meisten, die sich dem Wohl der Kinder verschrieben haben, gilt: Geht es der Mutter gut, dann geht es dem Kind gut. Richter, Jugendamtsmitarbeiter, Politiker, etc. handeln und reden nach dieser Maxime. Sie ist schon so in den Köpfen eingebrannt, dass sie kaum hinterfragt wird und erscheint wie eine Lebens- oder gar eine Binsenweisheit.

Das Problem ist: Das Kindeswohl wird direkt mit dem persönlichen Zustand der Mutter verknüpft. Als wäre die Nabelschnur nie durchtrennt worden. Die Grundannahme ist, dass das Kind in einer symbiotischen Beziehung mit der Mutter stünde. Mutterwohl und Kindeswohl sind quasi eins. Die versteckte Begründung ist: Das Kind ist von der Mutter abhängig, also schauen wir, dass es der Mutter gut geht.

Wer so denkt und handelt, liefert das Kind der Mutter aus. Als wäre das Kind kein eigenständiges Wesen und die Mutter auch nicht. Eine symbiotische Beziehung macht eben aus, dass keiner der beiden ohne den anderen leben kann.

Betrachtet man menschliche Beziehungen auf eine erwachsene, eigenständige Art und Weise, dann müsste man sagen: Geht es der Mutter gut, dann geht es der Mutter gut. Ob es damit dem Kind gut geht, ist nicht gesagt. Für die Mutter kann etwas gut sein, welches für das Kind schlecht ist. Immerhin sind es zwei getrennte Wesen mit unterschiedlichen Bedürfnissen.

Die Mutter hasst den leiblichen Vater und möchte ihn nicht mehr sehen? Für die Mutter wäre der Kontaktabbruch gut, für das Kind ist er schlecht.

Die symbiotische Maxime hält Kinder, selbst wenn sie schon über das Säuglingsalter hinaus sind, in der Abhängigkeit von der Mutter und betrachtet sie nicht als eigenständige Wesen, heranreifende Erwachsene, die auch von der Mutter abweichende Interessen haben und diese auch haben dürfen.

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