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Gesine Cukrowski relativiert und verharmlost psychische Kindesmisshandlung durch Mütter

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Die Schauspielerin Gesine Cukrowski argumentierte als Jury-Mitglied des Fernsehfilm Festival Baden-Baden diskriminierend gegen Väter und verharmloste so psychische Kindesmisshandlung durch Mütter.

Die diskriminierenden Äußerungen der Schauspielerin fielen gleich zu Beginn der Jury-Diskussion zum Film „Weil Du mir gehörst“. Dieses Fernsehschauspiel zeigt die psychische Manipulation eines Kindes durch dessen leibliche Mutter, um den getrennt lebenden Vater aus Rache am Ex-Partner aus dessen Leben zu verbannen.

Frau Cukrowski argumentiert so diskriminierend gegen Väter, wie früher Frauen herabgesetzt wurden: Wenn eine Mutter dem Vater das Kind enthalten will, dann weil der Vater wahrscheinlich böse war. Kennt man von: Frauen sind an der Vergewaltigung selber schuld, wenn sie einen kurzen Rock tragen.

Bei näherer Betrachtung lässt sich ein weiteres bekanntes Muster der Diskriminierung von Vätern in der Argumentation der Schauspielerin erkennen:

  1. Zuerst stellt sie Männer/Väter als gewalttätig unter Generalverdacht.
  2. Dann zieht sie die wissenschaftliche Relevanz der Gewalt von Müttern gegen Kinder wegen Dr. Google in Frage.

Damit dient Frau Cukrowski dem Narrativ und Mythos der an sich guten Mutter. Dahinter stecken dieselben dichotomen (d.h. spaltenden) Denkmuster, die den narzisstischen Missbrauch von Kindern antreiben, den der Film „Weil du mir gehörst“ aufdeckt: Der Elternteil, der die psychische Gewalt gegen das Kind ausübt, wird zwangsläufig idealisiert, da sich die Gewalt sonst nicht ertragen lässt.

Leider scheint Frau Cukrowski als Mitglied der Jury in demselben Loyalitätskonflikt zu stecken, wie das Kind im Film, der sie beide dazu zwingt, eine Mutter als potentiell gut und einen Vater als potentiell schlecht zu kategorisieren. Diese spaltende Denkweise will der Film entlarven, was ihm im Hinblick auf Frau Cukrowski somit gelungen ist.

Hier das Transkript der relevanten Eingangssätze der Schauspielerin:

Grundsätzlich muss ich aber sagen, in meinem Fall ist es so, dass ich diesen Film nur sehr schwer durchgehalten habe zu gucken, weil mich die Entscheidung sehr gestört hat, dass hier der Vater das Opfer ist und das wirklich auch der rein gute Vater, der sich nichts zu Schulden kommen lässt und die Mutter wirklich eine gestörte Frau ist, die sichtbar aus nur einem Grund das alles anzettelt, nämlich weil sie eifersüchtig ist, weil der Mann sich eine neue Frau genommen hat und weil er sein Ehegelübde nicht durchgehalten hat.

Das finde ich hoch problematisch, weil wir haben in Deutschland einen Femizid, der stattfindet, der jeden zweiten Tag stattfindet, alle 48 Stunden wird eine Frau umgebracht von ihrem oft Ex-Mann oder -Partner, der sie einfach umbringt, weil sie eine Frau ist. Jede dritte Frau in Deutschland wird Opfer häuslicher Gewalt oder sexualisierter Gewalt im Laufe ihres Lebens und diese Entfremdungsursachen, die stattfinden, die haben so vielfältige Grund und oft ist eben einer dieser Gründe Gewalt und man muss sich vorstellen, dass in Deutschland auch Mütter zu Strafen verurteilt werden können, wenn sie verhindern wollen, dass der Vater Kontakt zum Kind behält, auch wenn er verurteilter Missbrauchstäter ist.

Also, wir haben einen solchen Background mit diesem Thema in Deutschland, dass ich das wirklich nur ganz schwer aushalte, hier so eindimensional die Rollen verteilt zu sehen. Ich hätte mir wenigstens gewünscht, weil natürlich findet das auch so rum statt, aber dann hätte ich mir das gerne differenzierter vorgestellt, was führt die Mutter dazu, dass sie so handelt, was sind denn das für Gründe.

Dieses Zitat zeigt: Indem sich Frau Cukrowski nicht vorstellen will, dass eine Mutter einem Vater ohne ersichtlichen Grund die Kinder vorenthält, stellt sie im Umkehrschluss Väter unter Generalverdacht. Der Film „Weil du mir gehörst“ stellt womöglich genau deshalb nicht die Gründe der Mutter für die psychische Gewalt gegen ihr eigenes Kind und den Ex-Partner dar, weil es keine rational nachvollziehbaren Gründe gibt. Offenbar fällt es der Schauspielerin schwer, weibliche Gewalt als solche anzuerkennen, ohne gleichzeitig den sexistischen Rekurs auf den Mann als Gewalttäter zu führen. Stattdessen spielt Frau Cukrowski rhetorisch geschickt mit „Femizid“ und „sexualisierter Gewalt“ gleich mit der Angst der Frauen vor Männern und manipuliert so emotional die Zuschauer, wie es auch die Mutter im Film mit ihrem Kind macht.

Die Schauspielerin behauptet dann noch als Jury-Mitglied unfundiert und falsch, dass die im Film zu erlebende Eltern-Kind-Entfremdung (oder auch „Parental Alienation“ genannt) wissenschaftlich nicht anerkannt sei:

„Einen anderen Aspekt, den ich noch hoch problematisch find ist PAS, das Parental Alienation Syndrom, wird hier dargestellt, als wäre das wissenschaftlich erwiesen. Das ist es nicht. Relevante Wissenschaftsverbände lehnen es als unwissenschaftlich ab, weil eben die Fälle so individuell sind.“

Diese Behauptung ist von Frau Cukrowski irreführend formuliert, denn dass Parental Alienation ist deshalb keine anerkannte eigenständige Diagnose, weil es sozusagen ein Sammelbegriff für mehrere klinisch anerkannte Diagnosen narzisstischen Missbrauchs von Kindern. Deshalb wird PAS nicht als eigenständige Krankheit klassifiziert. Es gibt analog auch keine eigenständige Krankheit „Autounfall“, sondern Knochenbruch, Prellung, etc. als Diagnose. Im DSM gibt es insgesamt 4 Diagnosen, die zu PAS passen, wobei die erste die relevanteste ist: V995.51, 309.4, V61.20, V61.29.

Der Film „Weil du mir gehörst“ kann derzeit online auf 3Sat angeschaut werden.

UPDATE 23.11.2020:

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2 comments

  1. Ingo 22 November, 2020 at 20:49 Reply

    Es ist für unsere Gesellschaft bezeichnend, dass eine aus vier Müttern und einem Vater bestehende Jury mit der „fiktiven“ Filmgeschichte ein Glaubwürdigkeitsproblem hat, weil der Mutter im Film die Rolle der Bösen bzw. der Entfremderin zugedacht ist und nicht einmal erkennbar sei, weshalb die Beziehung in die Brüche ging und der Vater doch so sympathisch gespielt wird …
    Schlimmer ist der als verbissen feministisch anmutende Reflex, von einer tendenziösen, unrealistischen und völlig falschen Darstellung zu sprechen, weil mit Dr. Rudolph ein vorgeblicher Väterrechtler in die Produktion eingebunden war, es das PA-Syndrom nicht gebe (!) und vergessen wurde, dass die Mutter in Not ist, und Frauen sozial benachteiligt und einem Femizid ausgesetzt sind …. und über 2 Millionen alleinerziehende Mütter machen das doch sehr gut …
    Gesine Cukrowski scheint, wie so viele andere moderne und gebildete Frauen leider auch, von einem feministischen Schwarzweißbild überwältigt zu sein, das es ihr verunmöglicht, sich mit einem sehr bedeutenden gesellschaftlichen Problem unserer Zeit neutral und frei von Genderzuschreibungen zu befassen.
    Solche Leute sollten sich öffentlicher Kommentare lieber enthalten und sich zuvor (zunächst z.B. durch den Talk zum Film) besser informieren. Das Schicksal Elternkindentfremdung, von dem allein in Deutschland jährlich viele tausend Kinder und deren Familien betroffen sind, gehört entschieden mehr in die öffentliche Diskussion, die sich weder in pauschalen Lobeshymnen auf Alleinerziehende noch in Angriffen auf das jeweils andere Geschlecht erschöpfen sollte.
    Eine informierte und im direkten Umfeld verantwortlich handelnde Bürgerschaft könnte sicher mehr positives bewirken als die drei Gewalten unserer staatlichen Gemeinschaft, von denen sich insbesondere die Legislative und die ihr zuarbeitenden Fachministerien durch grobe Untätigkeit auszeichnen, da die seit vielen Jahren geplante Familienrechtsreform wieder verschoben und stattdessen nur die „besonders dringliche“ Regelung der Mitmutterschaft in lesbischen Beziehungen angeschoben wird. Dass sich der Frauenanteil im federführenden BMFSFJ laut Gleichstellungsindex des Statistischen Bundesamts auf 72 % beläuft, hat damit sicher nichts zu tun.
    Dass drei Viertel der Familienrichter weiblich sind, sollten entsorgte Väter niemals, auch bzw. erst recht nicht in den von besonderen Paritéideen beseelten Ländern, als einen Grund ihrer Entsorgung in Betracht ziehen – das wäre reine Verschwörungsdemagogie.

  2. Michael M. 23 November, 2020 at 07:54 Reply

    Hallo Ingo,
    vieles was du in deinem Post schreibst kann ich als Trennungsvater nachvollziehen bzw. unterstreichen.
    Allerdings sehe ich den Herrn Dr. Rudolph ehml. Richter a.d. beim AG Cochem/Mosel allerdings nicht als Väterrechtler an. Er war es der damals das sogenannte „Cochemener Modell“ ins Leben gerufen hat und somit vielen Kindern durch eine angeornete und verpflichtende Mediation der Eltern ihre Eltern (Vater und Mutter) ihnen erhalten blieben nach einer Trennung oder Scheidung.
    Ich kenne Herrn Dr. Rudolph nicht persönlich (leider) habe aber sein Buch gelesen und genau dies was er damals auf den Weg brachte wäre der richtige Weg im Familienrecht.
    Wenn dieses „Cochemner Modell“ bundeseinheitlich zum gesetzlichen Standart bei den Jugendämtern und auch AG’s werden würde gäbe es weitaus weniger familiengerichtliche Verfahren.
    Und damit viel weniger Streit der Eltern bez. der Kinder und auch diese wären zufriedener und glücklicher.
    Aber dies ist politisch nicht gewollt und daher wird es leider nicht angewand bzw. umgesetzt.
    Und glaube mir ich kenne das AG in Cochem denn erstens lebe ich in der Nähe und diese Stadt ist mein Geburtsort.
    Nur leider als ich mich damals von meiner Ex Frau scheiden ließ war er dort schon lange als Richter nicht mehr tätig.
    Wäre dieses Modell bei uns umgestezt und angewendet worden (zudem ich sofort bereit gewesen wäre) sehe die Sache bez. dem Umgang zu unserem gemeinsamen Kind ganz anders aus.

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