Katarina Barley und das Ende des Residenzmodell

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Ingo Zamperoni stellte heute in den Tagesthemen exzellente Fragen an Katarina Barley zum Wechselmodell bzw. zur Doppelresidenz. Er brachte die wichtigsten Argumente für das Wechselmodell und nannte europäische Nachbarländer, in denen es als Regelfall schon Realität ist. Er ließ nicht locker.

Am Schluss wirkte die Bundesjustizministerin ähnlich unsicher wie Günter Schabowski anno 1989, als man ihn fragte, wann die Grenzen geöffnet werden.

Seit dem denkwürdigen Auftritt der Frau Barley heute in den Tagesthemen, ist das Residenzmodell Geschichte und diese Mauer gegen die gleichberechtigte Elternschaft könnte schneller bröckeln, als sie und andere Regierungsmitglieder dachten.

Im Interview in den Tagesthemen hat sich Katarina Barley am Ende des Interviews als rückwärtsgewandt geoutet: Sie will das Wechselmodell nicht für alle Kinder, weil einer Mutter nicht per Gericht aufgezwungen werden darf, dass ihr Leben nach der Trennung anders sein soll als davor.

„Stellen Sie sich eine Familie vor, wo beispielsweise die Mutter viele Jahre aus dem Beruf raus war und sich im Wesentlichen um die Kinder gekümmert hat und dann wird quasi verordnet, dass sie dann berufstätig sein soll und das aber auch nur die Hälfte der Zeit, weil sie ja auch die Hälfte der Zeit wiederum für die Kinder da sein soll.“

Das ist unverhohlen die öffentlich eingestandene Diskriminierung von Kindern und Vätern.

Spätestens nach diesem Outing wirkte Frau Barley unsicher, in die Ecke gedrängt und so, als würde sie nicht wirklich vertreten, was sie sagt. Als wüsste sie, dass sie gegen die Bedürfnisse von Kindern argumentiert. Ihre eigenen Kinder würden sicher nicht das Wechselmodell aufgeben wollen.

Frau Barley vertrat in den Tagesthemen das Argument, dass Familien unterschiedlich seien und deshalb das Wechselmodell nicht als Regelfall einzuführen sei – wohlwissend, dass es ihre eigenen Kinder zutiefst schmerzen würde, nicht mehr mit ihrem Vater im Wechselmodell leben zu können.

Würde Frau Barley vor Gericht gehen, um ihren Kindern den Vater zu nehmen und das bestehende Wechselmodell aufzulösen? Offensichtlich nicht. Wenn nicht, warum schützt Sie dann die Mütter, die genau dies tun? Warum schützt Frau Barley die Kinder in Deutschland nicht? Warum garantiert sie jährlich über 60.000 Kindern nach der Trennung nicht den gleichwertigen Zugang zu beiden Eltern?

Warum will Frau Barley jenen Kindern das Wechselmodell per Gericht vorenthalten, deren Mutter taktisch den Konflikt schürt, um es zu verhindern?

Frau Barley verlor heute, am 13.02.2019 in den Tagesthemen ihre Integrität. Hoffentlich haben ihre eigenen Kinder das Interview nicht gesehen, denn politisch hat sie sie damit verraten.

Wie gut, dass sich die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey gerade aufgrund der Plagiatsaffäre öffentlich zurück hält.

Seit heute wissen wir: Das Wechselmodell als Regelfall und egalitäre Bewegung ist genauso wenig von oben zu verhindern, wie die Grenzöffnung am 9. November 1989, die zum Mauerfall führte.

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7 comments

  1. Martin Baatzsch 14 Februar, 2019 at 01:59 Antworten

    Frau Barley als VertreterIn der Wirtschaft MUSS natürlich alle Varianten, die weniger Geld im Umlauf halten kritisch sehen. vor allem viele Aktivitäten von Gerichten, Gutachter, Streit, seelischer Schaden bei den Kindern hat natürlich rein wirtschaftlich gesehen viel mehr Profit für diverse Akteure zur Folge als ein Wechselmodell, dass den Frieden vor allem für die Kinder maximal hält. Ich verstehe Frau Barley. Die Gesellschaft wird sich ändern, gesunden, erwachen. Der Spuk wird verschwinden. Ich kann garnicht sagen, wie froh ich bin, dass das alles bald rum ist!

  2. Michael Langhans 14 Februar, 2019 at 07:41 Antworten

    Ich kann Dir nicht zustimmen. Es ist keine Diskriminierung wenn jemand sagt das was in der Ehe war soll auch danach gelten. Es ist die Fortsetzung des ehelichen Willens auch nach Scheidung. Es sind da immer die Eltern gemeinsam schuld gewesen wenn diese das alles so wollten. Das ist auch mein Ansatzpunkt. Reden und zu seinem Wort stehen um des Kindes willen, auch im Streit

    • Edvard Beckmann 1 März, 2019 at 10:38 Antworten

      Von einem Großteil dessen, wofür unter anderem FrauenrechtlerInnen gekämpft haben profitieren heute auch die Männer und Väter in diesem Land. Dass ich als Vater, das Wechselmodell leben kann und mich von Anfang an als gleichwertiger Teil gefühlt habe ist meiner Meinung nach eine dieser modernen Errungenschaft. Dass das ganze noch sehr lückenhaft ist und wir noch wesentliche Veränderungen vor uns haben, beweist dieser Blog den ich mit großem Interesse verfolge.
      Für mich ist das Ganze allerdings eher ein Symptom des alten Patriarchats und veralteten Rollendenken. Des Weiteren bekleckern sich noch immer viele Vertreter unseres Geschlechtes nicht gerade mit Ruhm, was Selbstdisziplin, Verantwortung und Selbstbeherrschung betrifft – absolut subjektiv aber eben mein Eindruck, wenn ich mich und mein Umfeld kritisch beleuchte.
      Deshalb finde ich das weder niedelich noch finde ich einen Vergleich mit dem Apartheit-System passend.

  3. HamburgMama 14 Februar, 2019 at 18:44 Antworten

    I live in Eimsbüttel Hamburg. The children I know with two active parents in their lives despite their parents being separated do not have one with one parent and next week with the other, but rather regulary certain days with one parent and the other days of the week with the other.

    This gives the children a rythm and makes the children the center of the family. Some families set up a joint email for the child so both parents automatically get information. Allows the parents to work late some days and leave early some days. This is a common arrangement in HH who are together and the two parent model continues this well documented best practice for children. Works well in many companies, the coworkers know that certian daysof the week the peron stay late and certain days the person leaves early.

    These children get to go to Sportsverein, reach their potential socially and academically. These children do very well. All children deserve two parents, not only SPD party member children and nt only chidlren of married parents.

    In HH the Jugendamt or their subcontractors (who are often employed by Kinderlager), both of which are essentially SPD controlled, that is, SPD memebers and sympathizers make profit off the backs of our children, tell the judges here what to do in family court, that is, which parent is to be eliminated are absolutely against a child having two parents active in their lives when the parents are separated and actively cause strife between the parents as the SPD insists one parent have their children ripped from them.

    The children go to weeklong anti mobbing project weeks in SPD public schools in Hamburg. The SPD party itself is the biggest mobber in Hamburg. Mobbing family memebrs from each other.

    This is highly destructive to children and taxpayers but highly lucrative to the SPD-controlled helper industry, the child warehousing industry, and therapy industry, and since the children are by the SPD party forbidden from having two active parents despite that being their basic human right, are supposed to be fulltime in SPD-controlled public school babysitting Monday through Friday. Completely self serving to the SPD Party on the expense of a million german children.

    She ought to have her children permanenty taken from her as that is what she has done and is continuing to do to a million children. And she ought to have her account frozen to pay for it and if not thrown in jail just as she promotes to be done to other parents. She is committing war on children, war on families while omitting herself from her own inhumane destructive dictatorial human rights violating SPD political party platform mandate.

    For a long time including to this day the clear requirement of the JA is at most a child may have one parent after separation, there is no individual basis deciding in family court. The SPD Party memebr in the video is lying. The JA subcontractors fight for no parents after separation, so first they get rid of one, if a parent objects to the JA that it is inhumane to be robbed of a child the JA robs further and one speaks out robs even further. The SPD Party person shown is promoting the continuation of this rampant, wdespread and highly destructive human rights violations. Lying hypocrite.

    Ausgangspunkt 2 Eltern jetzt endlich.

  4. Papalapapi 15 Februar, 2019 at 17:34 Antworten

    Diese Leute, wie Barley, habe nicht verstanden, worum es eigentlich geht. Den Machtmissbrauch zu stoppen und die Juristen, die Gerichte und Gutachter usw., aus den Konflikten der Eltern herauszuhalten. Weil das alles schlimmer macht.

    Sie sagt, in anderen Ländern gibt es bessere Betreuung für Kinder und mehr Gleichberechtigung, und deshalb geht dort das Wechselmodell, bzw. hier in Deutschland geht es nicht. Es ist der familienpolitische Offenbarungseid. Eine Schande. Ich bin nun echt sauer auf die SPD!

    In meinem Fall etwa, stimmt alles, aber es nicht nicht möglich, das Wechselmodell vor Gericht zu erzwingen. Ich bin der Mutter meiner Tochter praktisch hilflos ausgeliefert. Wie viele andere Väter auch. Offenbar ist das von der Politik, der großen Koalition samt LINKE so gewollt. Ein Irrsinn!

  5. Eva Martin 24 Mai, 2019 at 10:57 Antworten

    Den Vergleich mit Schabowski finde ich sehr passend. Bei Asperger-Juristinnen wie Barley ist es wichtig, ihre Unsicherheit zu betonen und ihnen dazu ein deutliches feedback zu geben. Die sind sich nämlich weder bewusst, dass sie sehr unsicher sind noch wie unsicher sie rüberkommen. Gesichtsausdrücke deuten fällt Aspergern schwer und ist ein sehr typischer Asperger-Test. Hier z.B. vorgeführt bei einer Kölner Jura-Studentin in der Asperger-Diagnostik. https://www.youtube.com/watch?v=-q0X9VnVLjs

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