Kindern die Wahrheit sagen

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Mein geliebtes Kind!

Lange, sehr lange, habe ich darüber nachgedacht, ob und wie ich mit Dir darüber spreche, ob ich das überhaupt darf, sollte, oder gar muß.

„Kindern die Wahrheit sagen“, schreibt Alice Miller im Vorwort ihres Buches „Dein gerettetes Leben. Wege zur Befreiung“. Und das ist es, das ist der Punkt!

Die Wahrheit zu verdrängen, heißt zu lügen, zu betrügen, Unrecht zu tun. Das heißt, die
Wahrheit schon vor sich selbst zu verbergen, sich selbst zu belügen. Mit dem Leugnen schadet man sich in erster Linie selbst, und in zweiter Linie dem geliebten Kind.

Meine Aufgabe als Vater ist es, ebenso wie es die Aufgabe einer Mutter ist, Dich ins Leben zu begleiten, Dich ist auf das uns allen Unbekannte möglichst gut vorzubereiten, daß Du
möglichst gut dafür ausgestattet bist, den Anforderungen die Dir die Welt in Deinem Leben stellen wird, im besten Sinne Deines SELBST gerecht zu werden, einfach gesagt: Das Leben zu meistern.

Und, das Leben zu meistern heißt, es als solches angstfrei und offen annehmen und es
gleichwohl mit Freude genießen zu können. Das ist es, mein Kind, was ich Dir aus tiefem
Herzen wünsche.

Das bitte ich nicht mißzuverstehen dahin, daß das Leben leicht sei, daß Du das Leben leicht nehmen sollst. Alles andere als das. Früher oder später wird ein jeder sich Aufgaben und Anforderungen gegenübersehen, die Angst machen, verzweifeln lassen, straucheln lassen, die, ja, die die Gefahr des totalen Versagens in sich tragen. Aber genau das heißt es doch: zu LEBEN!

Mein Wille, für Dich da zu sein, wenn Du mich brauchst, Dich zu fördern, wenn Du das
möchtest, ist ungebrochen. Ich kann es nicht erzwingen, nur anbieten.

Seit viel zu langer Zeit werde ich von anderen von Dir ausgegrenzt, darf Dich nicht so sehen, so betreuen, so umsorgen, wie ich das immer wollte und nach wie vor will.

Wenn es um Unterhalt für Dich geht, ja dann soll ich Vater sein dürfen. Sonst ist mein
VaterSEIN nicht willkommen. Das ist pure, destruktive Gewalt. Das zerstört. Das läßt mich verzweifeln, nicht schlafen, nicht arbeiten. Ja, da kann man den Blick für den Sinn des Lebens verlieren.

Da hilft das von Robert Betz geprägte Bild vom „ARSCHENGEL“. Und schon hat das Leben
wieder einen Sinn. Der Arsch ist dazu da, ihn zu überwinden. Und das macht den Arsch zum Engel.

„Dürfen“, welch Antagonismus. Ich bin Dein Vater. Punkt!

Ich muß niemandem erklären, daß ich Dich liebe, daß ich für Dich da sein möchte. Ich muß niemandem etwas beweisen.

Mein geliebtes Kind, ich lasse mich nicht zum Unterhaltsschuldner degradieren. Ich werde weder Auskünfte erteilen noch zahlen. Meine Aufgabe ist nicht die des Besuchsonkels und erst recht nicht die des Untertanen, des Sklaven.

Es mag sein, daß man mir alles nimmt, mein Haus, mein Geld … was auch immer. Mein
VaterSEIN kann mir niemand nehmen.

Ich bin ein Mensch, wie Du!

Ich bin Dein PAPA.

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2 comments

  1. Herbert Steinhaus 8 Mai, 2018 at 18:27 Antworten

    „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“

    Korinther 13: 13

    Mein Konfirmationsspruch, der mich mein Leben lang begleitet und dessen Bedeutung und Einfluß mir auf und für mein Leben immer wichtiger und klarer wird.

    Herbert Steinhaus

  2. Bobby Vander Pan 9 Mai, 2018 at 14:01 Antworten

    Unglaublich schöne Worte und so wahr! Ja, so ist es. Kindern nicht die Wahrheit sagen ist ebenfalls Manipulation und falsch. Jede Interaktion auch ohne gesprochenes Wort ist Beeinflussung. Das Residenzmodell unter Zwang ist bereits Manipulation. Erziehung funktioniert nur durch Beeinflussung!

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