Mann und Frau, Opfer und Täter

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Männer und Frauen sind sowohl Täter als auch Opfer. Der Geschlechterkampf ist nur deshalb möglich. Dieses Spiel kann nur gewinnen, wer nicht mitspielt. Wer mitspielt, bedient sich der selben Mittel wie sein Gegner.

Jeder Vater, der sich in Deutschland gegen den Willen der Mutter seiner Kinder stellt, sieht sich einer Wand weiblicher Abwehr gegenüber. Das Gruppen-Denken unter Erzieherinnen, Jugendamts-Mitarbeiterinnen, Verfahrensbeiständinnen, Politikerinnen, etc. ist massiv. Sie verstehen die Nöte der Väter nicht und denken, Mütter sind die besseren Eltern.

Jede Mutter, die in Deutschland beruflich Fuß fassen will, sieht sich einer Wand männlicher Abwehr gegenüber. Das Gruppen-Denken unter Abteilungsleitern, Kollegen, Geschäftsführern, Kunden, etc. ist massiv. Sie verstehen die Nöte der Mütter nicht und denken, Männer sind die besseren Mitarbeiter.

So ignorant und arrogant, wie sich Frauen gegenüber Männern verhalten, wenn es um Kinder geht; so ignorant und arrogant verhalten sich Männer den Frauen gegenüber, wenn es um Arbeit geht.

Natürlich ist dies eine extreme Darstellung. Es gibt ein breites Spektrum emanzipierter oder weniger emanzipierter Männer und Frauen. Das Problem ist, dass die deutsche Gesellschaft insgesamt noch zu sehr im Kampf steckt. Dies sieht man an den Männer diskriminierenden Entscheidungen von Familiengerichten sowie an der schlechten Wiedereingliederung von Müttern in das Arbeitsleben.

Genugtuung und Hoffnung gibt es, wenn die andere Seite auch einmal erfährt, wie es einem ergeht. Väter freuen sich über Mütter, denen die Kinder vom Gericht entzogen werden. Mütter freuen sich über alleinerziehende Väter, die Kinder und Beruf kaum unter einen Hut bekommen.

Dass die eine Seite den Schmerz der anderen spürt ist jedoch nur ein Schritt zur Lösung des Geschlechterkampfs. Er alleine wird keine große Veränderung bringen. Obwohl es im Kampf immer mehr Opfer auf beiden Seiten geben wird, die erkennen, was man sich gegenseitig antut, verhärten damit auch die Fronten. Die einstigen Weggefährten und Weggefährtinnen, die Mitgefühl für die Gegenseite entwickeln, werden als gefährlich für die eigenen Ziele angesehen. Die Hardliner könnte den Kampf weiter eskalieren lassen.

Die einzig hilfreiche und langfristige Lösung ist, ein neues gesellschaftliches, gemeinsames Bild von Familie, Arbeit, Gleichberechtigung, Freiheit, etc. zu entwerfen und zu verankern. Was haben wir alle davon, was nutzt es uns? Wenn Männer und Frauen eine gemeinsame Vision entwickeln, wie wir leben wollen, dann kann der Kampf beendet werden, in dem wir ständig die Gefahr abwehren, nicht so leben zu müssen, wie wir es nicht wollen.

Leben wir lieber so, wie wir es gemeinsam wollen.

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