Die Borderline Familiengerichte und Jugendämter

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Ein System der Diskriminierung zeichnet sich dadurch aus, dass es dem Unterdrückten das vorwirft, womit er unterdrückt wird.

Zum Beispiel rügt das Familiengericht einen Vater, der darum kämpft, seine Kinder gleich oft wie die Mutter zu betreuen, damit, dass der Kampf für die Kinder gegen das Kindeswohl sei. Verdrehte Welt! Der Vater will nur Gleichberechtigung, auch für seine Kinder. Ihm wird vorgeworfen, dass er sich für seine Grundrechte und die der Kinder einsetzt.

Die Reaktion des Vater auf den Entzug der Grundrechte wird im Nachgang zum Vorwurf und als Begründung des Entzugs konstruiert. Seht, wir hatten Recht! Self-fulfilling Prophecy. Der Andorra-Effekt.

Solch ein Mechanismus nennt sich in der Psychologie „projektive Identifikation“. Trennungsväter können ein Lied davon singen, an was sie laut der Mutter ihrer Kinder allem schuld seien, während die Mutter anscheinend völlig unschuldig ist. Gleichzeit handelt die Mutter so, wie sie es dem Vater vorwirft.

Die projektive Identifikation, also dass ich in jemand anderen meine negativen Persönlichkeitsanteile projiziere, dient der Verdrängung der eigenen Schuld und ist ein Kennzeichen der Borderline Persönlichkeitsstörung (BPS). Das Hauptkennzeichen der BPS ist die Spaltung in Gut und Böse. Die selbe Person kann vom BPS-Erkrankten morgens als ganz toll und am Abend als ganz schlimm wahrgenommen werden.

Nun könnte man behaupten, die Mütter, die ihren Kindern den Vater vorenthalten, sich selbst als den guten und den Vater als den schlechten Elternteil sehen, litten alle unter BPS. Aus einer gewissen Warte heraus mag dies auch stimmen.

Nur, es führt nicht weiter.

BPS ist eine für das Kind lebensrettende Art, mit einer Welt umzugehen (Coping-Mechanismus), in der man schon in früher Kindheit diskriminiert wurde. Missachtung kann durch Vernachlässigung (= zu wenig Zuneigung) oder Kontrolle (z.B. Helikopter-Eltern) entstehen. Schlussendlich ist BPS ein mentaler Mechanismus, um mit Machtgefällen und Gewalt umzugehen.

Deutsche Familiengerichte übergeben Müttern nach einer Scheidung fast uneingeschränkt das Gewaltmonopol in der Familie, beteiligt sich also an der Spaltung. Es fängt aber schon vorher an, durch Verwandte, Freunde, Online-Artikel, Schuldbildung, usw., dass v.a. Frauen alleine als Opfer von Männern dargestellt werden, während Männer die Gewalttäter sind. Die Gesellschaft als ganzes spaltet die Geschlechter.

Im Grunde urteilt und akzeptiert man in Deutschland, dass im Streitfall die Macht über die Familie an die Mutter übertragen wird und legitimiert dies mit der (anscheinenden) Gewalt oder Unfähigkeit der Männer (was nie explizit formuliert wird, sondern unterschwellig mitschwingt). Der Staat übt Gewalt aus, diskriminiert Väter und begründet es mit der Gewalt, die Väter anscheinend ausüben.

Dies ist nichts anderes als die Spaltung der Geschlechter in Gut und Böse sowie die gesellschaftlich legitimierte projektive Identifikation der Mütter, die damit von ihren eigenen Aggressionen ablenken, um einen Machtvorteil zu behalten oder zu erlangen, wofür sie tatsächlich aggressiv vorgehen.

Leben wir in einer Gesellschaft, die insgesamt mehrheitlich unter BPS leidet und menschenverachtende Verhaltensweisen (bzgl. Familien mehrheitlich gegen Väter) honoriert? Gibt es in unserer Gesellschaft Machtverhältnisse, die Kinder wie auch Erwachsene, Frauen wie Männer, in das BPS-Verhalten zwingen bzw. darin gefangen halten?

Will keiner mehr Verantwortung für sein Handeln übernehmen und projiziert seine Fehler lieber auf andere? Spalten wir alle unsere Außenwelt wie diskriminierte Kinder in Gut und Böse? Liegt nicht genau hier der Ursprung von Unterdrückung und Ungleichheit, dass wir das Negative in uns auf andere übertragen und sie dafür verantwortlich machen und bestrafen?

Sklaven sind wie kleine Kinder? Juden sind faul? Arme sind selber schuld? Frauen sind irrational? Männer sind Schläger und Vergewaltiger? Hier werden die eigenen Unzulänglichkeiten auf ander projiziert. Die Wahrheit ist unangenehm: Sklavenhalter sind wie zügellose Kinder, Nazis sind faul, Reiche sind schuld an den Armen, Männer sind auch irrational und Frauen sind auch Schläger und Vergewaltiger.

Wir steigen nun tief in die Psychologie von familiengerichtlichen Entscheidungen und den dahinter liegenden gesellschaftlichen Denkmustern. Sie erklären den kollektiven Wahnsinn und die Willkür richterlicher Entscheidungen in Prozessen mit kafkaeskem Charakter. Nicht zufällig war Kafka Jurist und was er in seinen Romanen und Parabeln beschreibt, riecht sehr nach dem Borderline-Syndrom.

Leben wir also in und mit Borderline-Familien und -Staatsorganen? Ist Deutschland eine Borderline-Gesellschaft?

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2 comments

  1. jürgen peters 29 April, 2018 at 07:21 Antworten

    Warum hält sich die Justizmafia und die Kinderklaubehörde nicht daran; Folgerungen aus der Entscheidung:

    Kein Anspruch des Kindes auf Idealeltern
    Im Rahmen der §§ 1666, 1666a BGB ist stets zu beachten, dass kein Kind Anspruch auf “ Idealeltern “ und optimale Förderung hat und sich die staatlichen Eingriffe auf die Abwehr von Gefahren beschränken. Für die Trennung der Kinder von den Eltern oder einem Elternteil ist es daher nicht ausreichend, dass es andere Personen oder Einrichtungen gibt, die zur Erziehung und Förderung besser geeignet sind. Vielmehr gehören die Eltern und deren gesellschaftliche Verhältnisse grundsätzlich zum Schicksal und Lebensrisiko eines Kindes.
    Warum hält sich die Justizmafia und die Kinderklaubehörde nicht daran; Folgerungen aus der Entscheidung

    Im vorliegenden Fall ist die Erziehungsfähigkeit beider Eltern eingeschränkt. Das OLG prüft, welche zukünftige familiäre Zuordnung dem Wohl des Kindes am besten entspricht. Das staatliche Wächteramt hat somit die Funktion, die Entwicklung und das Wohl des Kindes zu überwachen, aber nicht, für eine dessen Fähigkeiten entsprechende bestmögliche Förderung zu sorgen. Denn Vorrang hat das Erziehungsrecht der Eltern. Die staatlichen Eingriffe beschränken sich auf die Abwehr von Gefahren. Keinesfalls kann es für eine Trennung der Kinder von den Eltern oder einem Elternteil ausreichen, dass es andere Personen oder Einrichtungen gibt, die zur Erziehung und Förderung eventuell besser geeignet wären.

    Art. 8 EMRK garantiert das Recht auf Achtung des Familienlebens und lässt Eingriffe des Staates nur unter engen Voraussetzungen zu. Dann muss der Staat so handeln, dass sich die familiäre Erziehung fortentwickeln kann, und geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen, um die Eltern und die Kinder zusammenzulassen (EGMR, Urt. v. 26.02.2002 – 46544/99). Erziehungsdefizite reichen allein also nicht aus, um von einer Kindeswohlgefährdung auszugehen, die dann zwangsläufig die Trennung der Kinder von den Eltern nach sich zieht.
    Weiter zum Volltext: OLG Hamm, Beschl. v. 12.07.2013 – 2 UF 227/12

  2. jürgen peters 29 April, 2018 at 08:41 Antworten

    Die Kindeswohlgefährdung geht nicht von streitenden Eltern aus, sondern von einem Familienrechtssystem, das erhebliche strukturelle Missstände aufweist.

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