Kommunale Fachaufsicht über Jugendämter lässt sich sofort errichten

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In fast ganz Deutschland kontrolliert niemand die Entscheidungen und Empfehlungen von Jugendämtern inhaltlich, z.B. ob eine pädagogische oder psychologische Einschätzung korrekt ist. Hierzu bräuchte es eine sogenannte Fachaufsicht, bei der sich Betroffene beschweren können.

Werden Politiker auf Missstände in Jugendämtern angesprochen, dann behaupten sie gerne, dass es eines Gesetzes bedürfe, um eine Fachaufsicht zu errichten und das brauche Zeit.

Das ist falsch!

Eine Fachaufsicht kann auf kommunaler Ebene sofort eingerichtet werden. Die kommunale Selbstverwaltung ermächtigt den Kreistag/Landrat rechtlich dazu und Art. 3 Abs. 3 der Kinderrechtskonvention (KRK) verpflichtet den Kreis dazu. Die KRK ist übrigens wie Bundesgesetz anzusehen.

In Hamburg gibt es eine solche Fachaufsicht schon und nennt sich Jugendhilfeinspektion: https://www.hamburg.de/basfi/jugendhilfeinspektion/

Angesichts der vielen bekannten und teilweise von Politikern eingeräumten Defizite in Kreisjugendämtern, ist unverständlich, warum die Kommunen nicht schon längst nach dem Hamburger Vorbild handelten. Kinder sollten keinen Tag länger wegen Inkompetenz im Jugendamt leiden müssen!

Eine Fachaufsicht könnte als Beschwerdestelle für Eltern und Kinder dem Kreisjugendhilfeausschuss zuarbeiten und mit entsprechenden Ombudschaftsstellen im Bundesland zusammen kooperieren (z.B. in Baden-Württemberg mit der Ombudschaft Jugendhilfe).

Es gibt also kein rechtliches Hindernis und stattdessen viele gute Ansätze und Vorbilder, um in Kommunen möglichst schnell mit Hilfe einer Fachaufsicht die gröbsten Fehler in einem Kreisjugendamt zu analysieren und zu korrigieren.

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1 Kommentar

  1. Hamburg Mama 26 März, 2020 at 13:32 Antworten

    Ihr Tipp bezüglich
    https://www.hamburg.de/basfi/jugendhilfeinspektion/
    in Hamburg habe ich gerade für eine dringende Falle (einen in JA Obhut fast Tod krank gemachte Säugling – musste in Intensivestation) in Hamburg verwendet.
    Danke!
    Kind in ‚Kinderschutzhaus‘ (ist wirklich iene Zwangsadopionsvermittlungheim) ist SCHWER Körperverletzt .. musste in Intensive Station.. und war gestern dan noch mals dort zurückgebracht…..obwohl Säuglich geht mir der Mutter gut aber in der ‚Schutz‘ Haus extrem schlimm. Die Mutter hatte einfach Wohnungsnot in Hamburg mit dem Baby… statt ihr eine Bleibe zu finden war Kind weg geklaut und dadurch massenhaft geschadet.
    Er ist jetzt wider in gesundheitlich Gefahr in gleichen Heim.

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