Zur Abhängigkeit des männlichen Rollenverständnisses

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In Gesprächen mit Kollegen, Studenten, Vätern begegnet mir gehäuft ein besonderer Aspekt der Persönlichkeitsentwicklung, den ich gerne herausheben möchte:

Sehr häufig machen wir unser Mann-Sein abhängig von dem, wie es eine Frau / die Frau / unsere Partnerin / die Gesellschaft sich vorstellt bzw. für richtig befindet.

Wir dürfen nicht zu aggressiv sein, nicht zu mutig, nicht zu wild, nicht zu tatkräftig, nicht zu zielstrebig, nicht zu…männlich? Und auf der anderen Seite nicht zu passiv, schlapp, soft, verhalten, schüchtern, traurig, zurückgezogen, unsicher…
Viele unserer Rollenvorbilder und Übermittler von Rollenmodellen sind Frauen. Dabei spielt die fehlende Präsenz unseres Vaters – welches damit eine Dominanz der Mutter und ihrer Vorstellungen begünstigt hat – in unserem Leben eine große Rolle. Wir leben noch immer in einer Zeit, in der das Fehlen des Vaters – physisch oder auch emotional – eine große Rolle in unseren Biografien spielt.

Lebst du dein Mann-Sein auf deine individuelle und selbstbestimmte Art und Weise? Wenn ja, wie sieht das aus? Wie lebst du deine männlichen Qualitäten?
Welche Rolle lebst du als Vater?
Ist dir bewußt, dass deine Rolle in der Triade Mutter-Vater-Kind die ist, die (symbiotische) Beziehung von Mutter und Kind zu durchbrechen, um dem Kind zu ermöglichen, zu einem eigenständigen Menschen heranwachsen zu können? Essentiell dabei zu sein, die unmittelbare und allumfassende Abhängigkeit vom Kind zur Mutter aufzulösen?

Was sind die männlichen Qualitäten, die wir bei unseren Kindern zulassen und fördern sollten?
Gerade bei Jungs sollten wir da eine immense Achtsamkeit an den Tag legen, denn bei ihnen ist die Diskrepanz zwischen äußerem Auftreten (Raufen, Schlagen, eine hohe Körperlichkeit, An-die-Grenzen-gehen, Lautstärke, Tempo, Kräftemessen) und dem fehlenden inneren Halt generell sehr groß.

Ich glaube, wir Männer leben derzeit in einer großen Verunsicherung. Und meiner Erfahrung nach nehmen dies viele noch nicht einmal wahr!

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