Die psychischen Folgen meiner Entrechtung als Vater

Mein psychischer Zustand hat sich extrem verschlechtert, nachdem mir klar wurde, dass das Familiengericht meinen Antrag auf eine gleichberechtigte Elternschaft (d.h. die Eltern teilen sich die Betreuung der Kinder nach der Trennung zu 50%) nicht statt geben wird.

  • Ich hatte Selbstmordgedanken. Nie werde ich vergessen, wie mein jüngster Sohn in den Weihnachtsferien zu mir kam und meine Hand hielt. Ich verbarg meine Tränen und sagte innerlich zu mir selbst, „das kannst du ihm nicht antun“, während ich versuchte, ihm zuzuhören. Nie in meinem Leben hatte ich mir vorher ernsthaft überlegt, mir das Leben zu nehmen. Das kam erst, als das Gericht mir meine Freiheit als Vater nahm.
  • Ich konnte mich über längere Strecken nicht auf meine Arbeit konzentrieren. Entrechtung ist Entwürdigung und sie hatte zur Folge, dass ich mehr Angst verspürte. Ich war kein sehr ängstlicher Mensch (zumindest war es mir nicht bewußt). Ungerecht behandelt zu werden bringt die Einsicht, dass Willkür regiert. Das willkürliche Familiengericht machte mir Angst, denn mein Leben war unsicher und unfrei geworden.
  • Mein Selbstbewußtsein war an manchen Tagen nicht mehr vorhanden und generell extrem niedrig. Ich bin seit vielen Jahren selbständig, bin beruflich weltweit unterwegs, habe Vorträge gehalten, habe tolle Menschen kennengelernt, die mich schätzen, privat wie beruflich. Doch als mir klar wurde, dass ich lediglich aufgrund meines Geschlechts meine Kinder weniger sehen darf, fing ich an, an mir zu zweifeln. An manchen Tagen traute ich mir nicht mehr zu, dass ich ein Kundenprojekte überhaupt erfolgreich abschließen kann.
  • Ich war an den ganz schwierigen Tagen meinen Kindern gegenüber aggressiver als sonst. Wegen der Demütigung durch das Gericht, Jugendamt und den Gutachter, fühlte ich mich ohnmächtig und wütend. In ganz schwarzen Momenten, als die Erinnerungen hoch kochten, schrie ich meine Kinder an. Das Unrecht des Gerichts machte mich aggressiv und ich gab es an meine Kinder weiter.
  • Meine neue Beziehung zerbrach. Wir hatten auf der Paarebene unsere eigenen Probleme, die wir zu lösen versuchten. Die Diskriminierung durch das Familiengericht hat mich jedoch derart belastet, dass ich mit den Beziehungsproblemen nicht mehr konstruktiv umgehen konnte und stattdessen stellenweise aggressiv reagierte, wie bei meinen Kindern.

Insgesamt wurde ich zu einem Menschen, der allmählich seine Energie und sich selbst verlor. Es sind diese leidvollen Erfahrungen als diskriminierter Vater, die mich am eigenen Leib erkennen ließen, wie es unterdrückten Männern, Frauen und Kindern gehen muss und wie die Unterdrückung der Familie in Deutschland funktioniert.

Mein Gang in die Öffentlichkeit mit diesem Weblog und das Engagement für die Gleichberechtigung aller Familienmitglieder hilft mir, aus diesem Loch heraus zu kommen und ein familienfreundlicheres Deutschland zu gestalten. Damit jeder Mensch sein volles Potential entfalten kann, sollten wir alle gemeinsam, Väter und Mütter, für die Freiheit von Familien sorgen.

12 Gedanken zu „Die psychischen Folgen meiner Entrechtung als Vater

    1. Bezüglich Selbstmord mache ich eine Expedition ins Tierreich. Sobald die Wespen wieder da sind, reisse ich probehalber ein Nest in Stücke. Oder hat diesbezüglich schon jemand verlässliche Zahlen, wieviel dieser – aus meiner Sicht etwas aggressiven – Tierchen in Selbstmord machen, wenn sie alles, und damit auch ihre Kinder, verlieren?
      Damit alle dieselbe Grössenordnung haben, nehmen wir eine Skala von 1 bis 100. Womit eine Einheit einem Prozent entspricht. Wenn Menschen langsam ihr Selbstwertgefühl verlieren, kann ein kleiner Denkanstoss vielleicht Wunder bewirken. … Besonders wichtig, wenn der Schöpfer dieser Welt allmählich keinen Platz mehr hat.

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  1. Mir geht es genau so! Die KM hat mich vor 7 Jahren entsorgt! Ich habe gekämpft bis mein Körper versagte, erfolglos! Der deutsche Rechtstaat hat leider nie begriffen, dass Frauen nicht automatisch Opfer sind und Väter nur Versorger! Hier wächst, durch die Judikative gefördert, eine Generation mit Bindungsstörungen und Traumata heran, meine drei Töchter tun mir leid! Ich frage mich auch nicht mehr, wie egoman die Mutter sein muss, um das zu übersehen. Ich verbringe meine letzten Tage damit, meinen FriedenSchwermut vergeudeten Tag bedauerst! Es geht den Kindern dadurch nicht besser. Manche sadistische Mutter empfindet dabei vielleicht sogar Freude. Glück Auf Genosse!

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  2. Mir geht es genauso und ich fasse diese Ungerechtigkeit nicht. Ich sehe nicht nur meine Tochter nicht mehr – ich habe nun auch das Sorgerecht verloren. Dieser Staat und seine Scheidungsindustrie weiss nicht, was er anrichtet. Eine ganze Generation von Halbwaisen wächst heran und eine Menge kaputter Väter bleibt dabei auf der Strecke.

    Meine Ex-Frau – selbst Anwältin und bestens unterstützt von Caritas, Jugendamt und Anwalt meinte zu mir, sie wäre taktisch und strategisch halt besser als ich gewesen. Was auf der Strecke geblieben ist – unser gemeinsames Kind und meine geliebte Tochter.

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  3. Frisch vom Nürnberger Familiengericht:
    Ich darf, weil Mutter das erlaubt meine Tochter alle 14 Tage sehen.Dafür fahre ich an einem Wochenende 1000 km. Muss mir vom Geschäft freinehmen, weil Abholung am Freitag bis 17:30 Uhr erlaubt wurde und muss mir am Montag frei nehmen, da zurückbringen bis 17:30Uhr festgeschrieben wurde.
    Meine Tochter ist grad mal Knapp über 2 Jahre. Mittag schläft sie da. 2,5 Std. Abends da. 19:00 Uhr ins Bett. Also fahre ich 12 Std, damit ich meine Tochter ca.
    10 Std. Sehen kann. Wie lange das mein Chef mitmacht ist fraglich. Ständig muss ich mir ein Auto leihen, da ich selbst keines habe. Ich habe den Eindruck, dass trotz Rechtssprechung des Bundesarbeitsgerichts, vor Ort die Ungleichbehandlung der Geschlechter fortgeschrieben wird und der Vater nur beim Zahlen eine Rolle spielt. Ich weiß nicht, wie lange ich das seelisch aushalte.
    Ich kann mein Leben mit Tochter nicht organisieren.Manchmal denke ich, den Richtern geht das alles am A… vorbei, Hauptsache der Vater zählt. Was mit meiner Tochter ist, interessiert Mutter nicht und die Gerichte eh nicht. Kindeswohl oder Mutterwohl? Kindesentzug ist Kindesmisshandlung!!!

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    1. Also, das ist natürlich schwieriger auf die Entfernung. Wer hat die denn geschaffen? Falls es die Mutter war, so muss sie sich anteilig beteiligen.

      Und noch etwas, auch die Fahrzeit kann man schön nutzen. Da geht immer was. Falls due noch Fragen oder Anregungen brauchst: http://www.vatersein.de

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